Ältere Frau am TelefonEnkeltrick, falsche Polizeibeamte und vermehrt Schockanrufe – die Zahl der Betrugsdelikte nimmt in Bayern zu. Pixabay | sabinevanerp
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Polizei warnt vor Betrug: Enkeltrick, Schockanrufe und Callcenter

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Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und vermehrt Schockanrufe. Die Zahl der Betrugsdelikte nimmt auch im Bereich der bayerischen Polizei zu. Die setzt auf Aufklärung und den Schutz der Bevölkerung. Auch in der Redaktion gehen täglich Meldungen falscher Amtsträger, Callcenterbetrug und Betrug über WhatsApp ein. Aber auch der Betrug durch Ebay Kleinanzeigen oder Facebook hat noch immer einen hohen Stellenwert. Wir haben daher das Landeskriminalamt Bayern um eine Auskunft über die Art und den Umfang der immer raffinierteren Betrugstaten gebeten.

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Der Betrug im Überblick

Die Polizei definiert die Straftaten in 3 Bereiche. Neben dem Enkeltrick, als wohl bekanntesten Betrug, den Schockanruf und den Callcenterbetrug, oft in Tateinheit mit dem “falschen Amtsträger”.

Der Enkeltrick

Beim Enkeltrick geht es an das Vermögen, der oft älteren Personen. Es wird ein familiärer Notfall recht drastisch dargestellt. Die telefonisch kontaktierten Opfer werden von dem vermeintlichen Enkel oder Enkelin mit erfunden finanziellen Notlagen unter Druck gesetzt und sollen Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände übergeben. Natürlich ist der angebliche Enkel bei der Übergabe der Wertgegenstände, des Schmucks oder Bargelds verhindert und schickt daher zur Abholung eine Freundin oder einen Freund. Nach Auskunft des Bayrischen Landeskriminalamts lag die Schadenssumme beim Enkeltrick im Jahr 2021 bei ca. 2 Millionen Euro.

Callcenterbetrug – falscher Amtsträger

Dem potenziellen Opfer wird ein Verlust seines Vermögens durch einen bereits laufenden oder kurz bevorstehenden oder bereits erfolgten Einbruch durch den Anruf eines angeblichen Polizisten vorgegaukelt. Im Verlauf des Gespräches erklärt der anrufende vorgebliche Polizist dem Angerufenen, dass er alle Wertgegenstände, Barvermögen dem abholenden Kollegen persönlich übergeben soll. Den Opfern wird die Sicherung des Vermögens durch die Polizei in Aussicht gestellt. Oftmals sollen die Wertgegenstände auf z.B. Fingerabdrücke untersucht werden, um die angeblichen Täter dingfest machen zu können.

Mit der Hilfe technisch manipulierter Rufnummern (Call-ID-Spoofing) wird den Geschädigten oftmals die Rufnummer der örtlichen Polizei oder gar die 110, die Notrufnummer der Polizei, angezeigt. Damit können die Betrüger weiteres Vertrauen schaffen und die Legende bekommt noch mehr Glaubwürdigkeit. Das teilweise über Tage geführte Anrufszenario wird öfter durch weitere falsche Amtsträger untermauert. Um das Opfer weiter unter Druck zu setzten, melden sich in weitere Anrufen falsche Staatsanwälte oder weitere falsche Polizisten.

Der durch Callcenterbetrug in Verbindung mit falschen Amtsträgern entstandene Schaden beziffert das Bayerische Landeskriminalamt im Jahr 2021 in Bayern auf 6,1 Millionen Euro. Der Schaden durch den Callcenterbetrug – falscher Amtsträger liegt damit weit über dem des Enkeltricks.

Schockanrufe

Beim Schockanruf handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Enkeltricks. Wie beim Enkeltrick nehmen die Täter telefonisch oder per WhatsApp Kontakt zu den Opfern auf. Die Anrufenden geben sich zumeist als Angehörige aus, denen ein schlimmer, selbst verschuldeter, Unfall passiert ist. Hinzu kommt eine weitere Person und gibt sich als Polizist, Staatsanwalt oder Geschädigter aus. Meist wird von einem angeblich schweren Unfall eines nahen Angehörigen des Opfers berichtet. Um einem Gefängnisaufenthalt zu entgehen, wird eine hohe Summe als Kaution oder zur Abwendung einer Freiheitsstrafe des „Unfallverursachers“ vom Opfer gefordert. Das Geld wird größtenteils von einem Mittäter (Abholer) entgegengenommen. Im Jahr 2021 belief sich die Schadensumme nach Auskunft des Bayerischen Landeskriminalamts in Bayern um 3,1 Millionen Euro.

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