Unverpackt Regal mit DosierspenderRedakteur ogj | Bachgau.Social
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Unverpackt-Läden, gezielt einkaufen

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Ob kleine Mengen oder einfach nur Verpackung sparen, unverpackt ist praktisch. Seien es die Nelken für den Rotkohl, die Mandeln für die Plätzchen oder auch das Pfund Nudeln für den Nudelauflauf.

Wer gerne kocht und bäckt wird sich über Unverpackt Läden ebenso freuen. In so manchem Rezept sind diverse Zutaten in homöopathischen Dosen angegeben. Die Packungsgrößen, die es zu kaufen gibt, sind oft viel zu viel. Nach einem Jahr landet dann das Meiste im Müll. Wir geben Tipps wie der Umstieg stressfrei funktioniert.

Wir haben ein Verpackungsmüllproblem

In den frühen fünfziger Jahren begann der Aufstieg der Supermärkte. Der große Unterschied zu den bisherigen Lebensmittelläden war dramatisch. Von der Bedienung und Beratung, Loses in Gläsern, Töpfen und Schubladen hin zu Paletten, Regalen und verpackter Ware. Selbstbedienung ist das neue Mantra.

Laut Statistischem Bundesamt wurden in den 1950er Jahren weltweit etwa 1,5 Millionen Tonnen Kunststoff im Jahr produziert. Im Jahr 2019 waren es bereits 386 Millionen Tonnen. Gleichzeitig gelangen immer wieder Kunststoffe in die Umwelt und belasten Böden und Gewässer. Die Lösung für dieses Problem sind unverpackte Lebensmittel.

In Deutschland gibt es mehr als 200 Unverpackt-Läden

Was Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts, die Regel war, muss heute erst wieder mühsam aufgebaut werden, unverpackte Lebensmittel. Die Zeiten der „Tante-Emma-Läden“ sind vermutlich vorbei, aber die heutigen Unverpackt Läden führen diese Art Lebensmittelladen in moderner Form fort. Heute steht die Hygiene im Vordergrund und auch die Selbstbedienung hat ihren Platz.

Einkaufen ganz anders

Wir kennen es schon aus dem Supermarkt. Obst und Gemüse gibt es dort auch unverpackt. Seit einiger Zeit werden wiederverwendbare Netze angeboten, in denen die unverpackten Obst und Gemüse sicher und umweltfreundlich verpackt werden können. An der Wurst und Käsetheke können mitgebrachte Dosen mit dem Einkauf befüllt werden.

Praktisch für kleine Mengen und zum Ausprobieren

Statt kleine Mengen in sogenannten Probier-Sets, die meist auch noch einzeln verpackt sind, zu kaufen, können diese auch in Unverpackt Läden gekauft werden. Aber, richtig organisiert kann sicher auch ein größerer Einkauf „unverpackt“ erledigt werden. Warum nicht das Mehl, die Nüsse, Mandeln und den Zucker für die Weihnachtsplätzchen unverpackt kaufen. Mit den richtigen mitgebrachten Gefäßen kein Problem.

Weniger Verpackungsmüll

Die Verpackungsverordnung schreibt ab 2022 mehr Mehrweg vor. In den darauf folgenden Jahren soll es immer mehr Mehrwegverpackungen geben. Auch damit liegen Unverpackt Läden voll im Trend.

Statt in vielen Einzelpackungen werden Lebensmittel im Großgebinde an die Unverpackt-Läden geliefert und vom Personal in Spender und Schütten umgefüllt. Mit jedem mitgebrachten Gefäß verringert sich der Verpackungsmüll zu Hause. 2019 lag der Wert in Deutschland bei knapp 227 Kilogramm pro Person. Das entspricht ungefähr 6.485 leeren Tetrapaks.

Tipps für den ersten Einkauf

  • Mitgebrachte Gefäße müssen sauber und Lebensmittel geeignet sein
  • Wenn möglich das Sortiment Online schonmal durchschauen. Es vereinfacht dann den Einkauf vor Ort.
  • Leichte Behälter, die sich gut befüllen lassen sind, dicken Gläsern vorzuziehen, Zuhause kann umgefüllt werden.
  • Ideal sind die bereits angesprochenen Gemüsenetze für Nüsse in der Schale oder Leinensäckchen für Nudeln.
  • Da die mitgebrachten Gefäße im Unverpackt Laden abgewogen werden, erfordert der Einkauf etwas mehr Zeit.
  • Beschriftete Behälter sind besonders nützlich. Sie vereinfachen den Einkauf und beschleunigen das Kassieren.

Manche Produkte können verwechselt werden

Wer möchte sich die Frage stellen, ob in dem Gefäß Chilipulver, scharfes Paprikapulver oder doch die edelsüße Variante ist? Zucker und Salz lassen sich oftmals auch nicht sofort unterscheiden. Wer schon auf die Einkaufsliste oder beim Einkauf den vollständigen Produktnamen aufschreibt, spart sich das Grübeln an der Kasse.

Leise rieselt

es aus dem Selbsbedienungsspender. Das ist ähnlich spannend wie der Ketchup, der aus der Flasche kommt. In beiden Fällen vorsichtig dosieren und herantasten. Nichts ist peinlicher, als wenn etwas aus dem Gefäß überläuft. Zu viel abgefüllte Ware darf aus hygienischen Gründen nicht zurück gefüllt werden und kann zum Kauf verpflichten.

Unverpackt Läden in der Umgebung

Neben dem Unverpackt Laden ADAM FAIRkaufen eG in Aschaffenburg hat auch Edeka Stenger in seinem Markt in Großostheim als auch im Markt am Dämmer Tor in Aschaffenburg ein größeres unverpacktes Sortiment.

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