An der Kupfermühle in Ostheim vor der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) wird seit dieser Woche ein ehemaliges Mühlenwehr in der Streu zurückgebaut. Damit verschwindet eine Barriere, die den Fluss bislang unterbrochen hat. Fische und andere Wasserlebewesen sollen künftig wieder leichter wandern können.
Darum geht es an der Kupfermühle in Ostheim
Die Kupfermühle war früher Standort eines Kleinwasserkraftwerks. Eigentümer Karlheinz Herda, selbst Fischer, hat die Wasserkraft aufgegeben und den Rückbau unterstützt. „Als Fischer ist mir wichtig, dass unsere Bäche und Flüsse naturnah und durchgängig bleiben und Fische ihre Lebensräume frei erreichen können“, sagt er.
Die Maßnahme wurde seit 2024 geplant. Abgestimmt werden mussten unter anderem die künftige Situation des Mühlbachs, die Folgen für die Wasserführung, Naturschutz, Gewässerökologie und Fischerei – auch mit Blick auf die niedrigen Wasserstände der Streu in den vergangenen Jahren. Mit der Genehmigung konnten die Arbeiten nun beginnen. Umgesetzt wird der Rückbau vom Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld.
„Entscheidend ist es, miteinander im Gespräch zu sein und gemeinsam die bestmögliche Herangehensweise zu finden“, sagt Lisa Knur von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön.
Das Modellprojekt Fluss.Frei.Raum
Der Rückbau ist Teil von „Fluss.Frei.Raum – Klimaresiliente Bäche und Flüsse für Bayern“. Das Modellprojekt läuft bis 2030 und wird im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes mit rund 4,13 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld. Ziel ist es, funktionslose Querbauwerke abzubauen und Flüsse widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen. Mehr unter fluss-frei-raum.org.
Was das für Unterfranken bedeutet
Die Erfahrungen aus Ostheim sollen in weitere Renaturierungen einfließen. Auch Gewässer am Untermain stehen unter Druck, etwa durch Trockenheit oder Verunreinigungen wie zuletzt an der Kahl in Alzenau. Wie sich der Klimawandel auf Wasser in der Region auswirkt, zeigt eine kostenlose Online-Seminarreihe der Regierung von Unterfranken. Aus der Rhön hatten wir zuletzt über eine Pflanzaktion für den Streifenbläuling bei Ostheim berichtet.




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