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Bachgau: Herbstlaub im Garten liegen lassen – so geht es richtig

Laubhaufen in einem Garten – Herbstlaub im Garten liegen lassen

Foto: Jeuwre / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten)

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Die Bäume im Bachgau werfen jetzt ihr Laub ab, und in vielen Gärten in Großostheim, Schaafheim und den Ortsteilen stellt sich die alte Frage: zusammenrechen, wegbringen oder liegen lassen? Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rät, Herbstlaub im Garten möglichst zu behalten. Es schützt den Boden, wird zu Humus und bietet Tieren im Winter Unterschlupf. Wie das funktioniert und was man trotzdem wegräumen sollte, lesen Sie hier.

Darum ist Herbstlaub im Garten wertvoll

„Lassen Sie die Finger bitte vom Laubbläser“, sagt BUND-Gartenexpertin Corinna Hölzel. Man könne der Natur einen viel größeren Gefallen tun, wenn man Laub einfach liegen lasse. Laub ist aus Sicht der Naturschützer kein Abfall, sondern ein Baustoff für den naturnahen Garten. Drei Gründe sprechen dafür.

1. Laub als Mulch für Beete und Hecken

Vom Rasen sollte das Laub entfernt werden, weil das Gras darunter sonst Licht und Luft verliert. Auf Beeten, unter Hecken und auf Baumscheiben ist eine Laubschicht dagegen nützlich. Der BUND empfiehlt eine Schicht von etwa zwei bis zehn Zentimetern. Sie schützt vor Austrocknung und Erosion, hält die Bodentemperatur stabil, unterdrückt Beikräuter und versorgt Regenwürmer und Mikroorganismen mit Nahrung. Beim Verrotten entstehen Humus und Nährstoffe – wer so mulcht, muss weniger düngen.

So geht es: Den Boden vorher lockern und von Beikrautwurzeln befreien, Aussaaten und junge Setzlinge aussparen. Besonders gut eignet sich Laub für Stauden, Gehölze und Obstbäume. Passende Tipps für den Rest des Gartens gibt es in unserem Ratgeber Gemüsegarten winterfest machen.

2. Ein Laubhaufen als Winterquartier für Igel

Igel bauen ihre Winterquartiere aus Laub, Gras und Gestrüpp. Ein großer, stabiler Laubhaufen unter einer dichten Hecke oder in einer ruhigen Gartenecke bietet ihnen warme, trockene Verstecke. Mit Reisig, Ästen, Steinen oder Totholz lässt er sich fixieren, damit der Wind ihn nicht verweht. Den Komposthaufen zwischen November und März nicht umsetzen – auch dort überwintern gern Igel und andere Kleintiere.

Damit Igel überhaupt in den Garten kommen, sollte er durchlässig sein: Der BUND nennt mindestens zehn Zentimeter Bodenfreiheit am Zaun oder Öffnungen von mindestens zehn mal zehn Zentimetern. Eine Bauanleitung für einen Igelunterschlupf bietet der NABU als PDF an.

3. Nahrung und Versteck für Vögel und Insekten

„Für Vögel, Insekten und andere tierische Gartenbewohner ist Laub vor allem bei Kälte überlebenswichtig“, erklärt Hölzel. Frösche und Kröten verstecken sich im Winter in Laubhaufen, Vögel suchen darin nach Futter, Marienkäfer überwintern dort. Wer noch mehr für die Artenvielfalt tun will, stapelt Äste und Zweige zu einem Reisighaufen oder einer Benjeshecke und schichtet Laub darauf.

Herbstlaub im Garten kompostieren

Was dann noch übrig ist, kommt auf den Kompost. Laub wird dort zu wertvollem Humus, der im Frühjahr auf den Beeten verteilt werden kann. Am besten mischt man es mit Rasenschnitt oder Küchenabfällen, damit es nicht verklebt. Wie ein Komposthaufen richtig angelegt wird, erklärt unser Ratgeber Komposthaufen anlegen.

Wohin mit zu viel Laub im Bachgau?

Wer mehr Laub hat, als Garten und Kompost aufnehmen können, bringt es zur Grüngutannahme. In Großostheim ist das der Biomassen- und Recyclinghof in der Babenhäuser Straße 80. Ab 1. November gelten dort die Winteröffnungszeiten:

  • Montag, Mittwoch, Freitag: 14 bis 16.30 Uhr
  • Samstag: 9 bis 13.30 Uhr
  • Dienstag und Donnerstag: geschlossen

Weitere Infos stehen auf der Seite des Recyclinghofs Großostheim. Termine und Hinweise zur Abfallentsorgung im Landkreis liefert die neue Abfall-App des Landkreises Aschaffenburg. In Schaafheim gibt die Gemeindeverwaltung Auskunft über die Abgabemöglichkeiten. Tipps für naturnahe Gärten in der Region hat auch die Kreisgruppe Aschaffenburg des Bund Naturschutz.

Häufige Fragen

Muss das Laub vom Rasen?

Ja. Eine dicke, nasse Laubschicht nimmt dem Rasen Licht und Luft, er kann darunter faulen. Das Laub lässt sich aber einfach auf die Beete oder unter die Hecke rechen.

Wann darf der Laubbläser laufen?

In Wohngebieten dürfen Laubbläser und Laubsauger nach der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung werktags nur von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr betrieben werden, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Das gilt auch an Allerheiligen, dem 1. November. Ein Rechen ist ohnehin leiser und schont Igel und Insekten.

Eignet sich jedes Laub?

Grundsätzlich ja. Eichen- und Walnusslaub verrottet wegen seiner Gerbstoffe allerdings langsamer. Es lässt sich gut mit anderem Laub oder Kompostmaterial mischen.

Darf ich Laub einfach verbrennen?

Davon ist abzuraten. Feuchtes Laub qualmt stark und belästigt die Nachbarschaft, im Wohngebiet ist das Verbrennen von Gartenabfällen in aller Regel nicht erlaubt. Kompost, Mulch und Grüngutannahme sind die besseren Wege.

Und wer beim Aufräumen auf dem Dachboden Spuren entdeckt: Was bei Besuch von ungebetenen Untermietern hilft, steht in unserem Ratgeber Marder im Dach.

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