Er ist klein, blau-braun schimmernd und einer der seltensten Tagfalter Bayerns: der Streifenbläuling (Polyommatus damon). In Deutschland gilt er als vom Aussterben bedroht. Das wertvollste Vorkommen bundesweit liegt in Unterfranken, rund um Ostheim vor der Rhön. Mit einer Pflanzaktion haben Naturschützer jetzt dafür gesorgt, dass der Schmetterling dort weiter eine Zukunft hat.
Streifenbläuling: Die einzige Futterpflanze der Raupen
Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Rhön-Grabfeld und das Biodiversitätszentrum Rhön der Regierung von Unterfranken haben gemeinsam mit Biosphärenreservat und Naturpark Jungpflanzen der Ostheimer Sand-Esparsette auf einer geeigneten Fläche ausgebracht. Diese Pflanze ist für den Streifenbläuling lebenswichtig: Seine Raupen fressen ausschließlich an ihr.
So lebt der seltene Falter
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt hat der Falter eine Flügelspannweite von 34 bis 38 Millimetern. Seinen Namen verdankt er einem weißen Streifen auf der Unterseite der Hinterflügel. Die Männchen schimmern türkis-bräunlich, die Weibchen sind schlicht braun.
- Flugzeit: Ende Juni bis Anfang August
- Lebensraum: warme, trockene Kalkmagerrasen mit Sand-Esparsette
- Entwicklung: Die Weibchen legen ihre Eier an die Esparsette. Die jungen Raupen überwintern bodennah an der Pflanze, verpuppen sich im Frühsommer am Boden.
Weil die Raupen den ganzen Winter an der Pflanze verbringen, ist der richtige Zeitpunkt für Mahd und Beweidung entscheidend.
Größtes Vorkommen außerhalb der Alpen
Das Vorkommen bei Ostheim ist nach Angaben der Regierung von Unterfranken das größte bekannte außerhalb der Alpen, und trotzdem klein und verletzlich. Seit Beginn des Artenhilfsprogramms vor 20 Jahren sind mehr als 40 Prozent der früheren Vorkommen in Rhön und Grabfeld verloren gegangen. Kleine Restvorkommen gibt es in Bayern sonst nur noch auf der südlichen Frankenalb.
Warum der Streifenbläuling so gefährdet ist
Das Landesamt für Umwelt nennt mehrere Ursachen:
- Mahd oder Beweidung zur falschen Zeit, wenn Eier oder Raupen an den Pflanzen sitzen
- Aufgabe der Nutzung, sodass Flächen verbuschen
- Beweidung mit Schafen und Ziegen, die die Esparsette gern fressen
- fehlende offene Bodenstellen, auf denen die Esparsette keimen kann
Dass sich die Population so lange halten konnte, ist dem sorgfältigen Umgang der Landwirtinnen und Landwirte, der Landschaftspfleger und der Stadt Ostheim zu verdanken, der einige der Flächen gehören.
Was das für uns am Untermain bedeutet
Auch wenn der Streifenbläuling bei uns im Bachgau nicht vorkommt: Viele Insektenarten gehen seit Jahren zurück, und seltene Arten zeigen, wie eng Tiere an bestimmte Pflanzen und Lebensräume gebunden sind. Wie viel naturnahe Gärten bewirken können, zeigte auch der Vorgartenwettbewerb im Landkreis Aschaffenburg.
Gut zu wissen: Schmetterlingen im Garten helfen
- Teile der Wiese seltener mähen und abschnittsweise stehen lassen
- heimische Wildblumen wie Hornklee, Natternkopf oder Wiesen-Flockenblume säen
- auf Pestizide verzichten
- verblühte Stängel über den Winter stehen lassen, darin überwintern viele Insekten
Wann welche Pflanzen ins Beet dürfen, steht in unserem Beitrag zur Pflanzzeit im Frühjahr. Ausführliche Informationen zum Artenhilfsprogramm bietet das Bayerische Landesamt für Umwelt.




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