Aus Pflaster wird Grün: Bei der Entsiegelung in Nilkheim hat die Stadt Aschaffenburg am Buchenweg eine 400 Quadratmeter große Betonpflasterfläche aufgebrochen und in eine Rasenfläche umgewandelt. Die Fläche war in den 1970er-Jahren als Spielplatz angelegt worden, wie die Stadt mitteilt.
Was am Buchenweg in Nilkheim entstanden ist
Die frühere Spielplatzfläche wird rundherum von Sträuchern eingerahmt. Die großen Bäume, die dort bereits stehen, bleiben erhalten. Die Stadt hat außerdem angekündigt:
- Zwei neue Bäume sollen gepflanzt werden.
- Die vorhandenen Ziersträucher werden nach und nach durch heimische Gehölze ersetzt.
- Die Rasenfläche wird künftig extensiv gepflegt, also seltener gemäht.
Warum Entsiegelung in Nilkheim und anderswo hilft
Die Stadt verfolgt mit dem Umbau mehrere Ziele: Die Fläche soll kleinklimatisch und ökologisch besser funktionieren, Regenwasser soll wieder versickern können, die Großbäume bekommen einen besseren Standort, und Bäume, Sträucher und Kräuter sollen als zusammenhängender Lebensraum erhalten bleiben.
Dahinter steckt ein einfacher Zusammenhang: Auf Beton und Pflaster läuft Regen schnell in den Kanal, im Sommer heizen sich solche Flächen stark auf. Offener Boden nimmt Wasser auf und gibt es über Pflanzen und Verdunstung langsam wieder ab – das kühlt die Umgebung. Großbäume profitieren, weil ihre Wurzeln mehr Wasser und Luft bekommen. Extensiv gepflegter Rasen mit seltenerem Schnitt lässt außerdem Wildkräutern Zeit zum Blühen, wovon Insekten profitieren.
Hintergrund: Schwammlandschaft und Klimaanpassung in Unterfranken
Das Thema beschäftigt die ganze Region: Unterfranken gilt als niederschlagsarm, längere Trockenphasen und Hitzetage setzen Bäumen und Böden zu. Das Prinzip der „Schwammlandschaft“ – Wasser möglichst dort zu halten, wo es fällt, statt es schnell abzuleiten – ist deshalb Thema einer kostenlosen Online-Seminarreihe der Regierung von Unterfranken. Die drei Abende finden am 3., 10. und 17. November jeweils von 18.30 bis 20 Uhr statt; am 10. November geht es speziell um Flächenversiegelung und den Landschaftswasserhaushalt. Die Anmeldung läuft über die Volkshochschule Würzburg.
Entsiegelte Flächen wie am Buchenweg sind ein kleiner, aber sichtbarer Baustein dieser Idee mitten in der Stadt. Jeder Quadratmeter, auf dem Regen wieder im Boden versickert, entlastet bei Starkregen die Kanalisation und hält in Trockenzeiten Feuchtigkeit für die Pflanzen zurück.
Was Anwohner und Gartenbesitzer selbst tun können
Was im Großen funktioniert, klappt auch im Kleinen: Wer im eigenen Hof Pflaster durch Rasengittersteine, Kies oder Beete ersetzt, entlastet Kanal und Klima. Heimische Sträucher und Stauden sind dabei besonders wertvoll – Ideen dafür liefert unser Beitrag über heimische Wildstauden für Kübel und Blumenkästen. Wie wichtig Hecken und Gehölze für die Artenvielfalt sind, zeigt das Projekt HeckenReich Unterfranken.
Zahlen zum Grün in der Stadt, etwa zu Trinkbrunnen und Flächen, stehen in unserem Beitrag Aschaffenburg in Zahlen 2026.




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