Eine Verunreinigung der Kahl in Alzenau hat einen Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Fachbehörden ausgelöst. Nach bisherigen Erkenntnissen gelangte ein Stoff-Wasser-Gemisch von einem ehemaligen Firmengelände in einen Seitenarm des Flusses, wie die Polizei mitteilt. Die Verfärbung war über mehrere hundert Meter flussabwärts zu sehen.
Kahl in Alzenau: Abwasser lief in die falsche Leitung
Ersten Ermittlungen zufolge hatte ein Reinigungsunternehmen auf dem Gelände Behälter gereinigt. Das dabei entstandene Abwasser wurde offenbar nicht in die Kanalisation, sondern über die Oberflächenentwässerung abgeleitet – und landete so in der Kahl. Nach ersten Angaben handelt es sich um Rückstände von Kartoffelstärke.
Als Sofortmaßnahme wurde der Zulauf zur Kahl verschlossen und das Leitungssystem gereinigt, damit nichts mehr nachläuft. Die zuständige Fachbehörde hat Gewässerproben genommen. In den kommenden Tagen soll untersucht werden, ob Kleinstlebewesen im betroffenen Abschnitt Schaden genommen haben.
Warum auch harmlose Stoffe Gewässern schaden können
Stärke ist kein Gift. Gelangt aber viel organisches Material in einen Bach, bauen Bakterien es ab und verbrauchen dabei Sauerstoff, der dann Fischen, Insektenlarven und Kleinkrebsen fehlen kann. Deshalb gehört Schmutzwasser immer in den Schmutzwasserkanal. Regenwassereinläufe auf Höfen und Straßen führen in vielen Fällen direkt in den nächsten Bach.
Wie es weitergeht
Die Polizei ermittelt zu den genauen Umständen. Weitere Maßnahmen stimmen die Behörden mit dem Landratsamt Aschaffenburg und dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg ab. Wer eine auffällige Verfärbung, Schaum oder tote Fische in einem Gewässer bemerkt, meldet das am besten sofort über die 110 oder 112. Hinweise zu diesem Fall nimmt die Polizeiinspektion Alzenau unter Tel. 06023/944-0 entgegen.
Mehr zu den Gewässern in der Region: Wie Bäche in Unterfranken wieder naturnäher werden sollen, erklärt unser Beitrag zur Initiative HeckenReich. Weitere Polizeimeldungen aus Alzenau: Kupferrohre von Kirche in Hörstein gestohlen.
Die Angaben stammen vom Polizeipräsidium Unterfranken.




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