Wenn es kalt wird, hängen in vielen Gärten und auf Balkonen in Großostheim, Pflaumheim, Wenigumstadt, Ringheim und Schaafheim wieder Futterhäuschen und Meisenknödel. Vögel füttern im Bachgau ist eine schöne Möglichkeit, Kohlmeise, Amsel und Rotkehlchen aus der Nähe zu beobachten. Damit die Winterfütterung den Tieren nützt und nicht schadet, gibt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) einige klare Empfehlungen.
Vögel füttern im Bachgau: Wann es sinnvoll ist
Für viele Vogelfreunde ist der erste Schnee der Startschuss. Der LBV rät, im Winter dann durchgehend zu füttern und nicht nur gelegentlich: Die Vögel gewöhnen sich an eine Futterstelle und kommen regelmäßig wieder. Die oft geäußerte Sorge, Vögel würden durch das Füttern „faul“ und verlernten die Nahrungssuche, sieht der Verband durch Studien als widerlegt an.
Ein Futterhaus ersetzt allerdings keinen natürlichen Lebensraum. Am meisten hilft ein naturnaher Garten, der das ganze Jahr Nahrung bietet. Beerensträucher wie Eberesche, Holunder und Liguster sind wertvoll; die Früchte des Weißdorns fressen nach Angaben des LBV mehr als 30 Vogelarten, die des Schwarzen Holunders mehr als 60. Auch liegen gelassenes Laub hilft, weil darin Insekten überwintern – mehr dazu in unserem Ratgeber Herbstlaub im Garten. Wer Pflanzen für Balkon und Garten sucht, findet Anregungen im Beitrag über heimische Wildstauden in Kübeln und Blumenkästen.
Welches Futter für welchen Vogel?
- Körnerfresser mit kurzen, kräftigen Schnäbeln wie Buchfink, Gimpel (Dompfaff) und Haussperling: Sonnenblumenkerne und andere ölhaltige Samen, Getreidefutter.
- Weichfutterfresser wie Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle: Haferflocken mit etwas Öl, Apfelstücke, Rosinen oder getrocknete Wildbeeren – am besten in Bodennähe, aber geschützt.
- Meisen nehmen fast alles an; im kalten Winter sind Meisenknödel und Fettringe gut.
- Spechte und Kleiber mögen Fettfutter, etwa Futterkuchen mit Samen und Insekten.
Nicht ins Futterhaus gehören Brot und Essensreste. Vögel können sie schlecht verdauen, Salz und Gewürze schaden ihnen. Der LBV rät außerdem, auf Qualität zu achten: Billiges Futter enthält oft Füllstoffe ohne Nährwert. Empfohlen wird Futter mit dem Hinweis „Ambrosia-Controlled“, damit keine Samen der allergieauslösenden Ambrosia-Pflanze in den Garten gelangen.
Hygiene und richtiger Standort
An Futterstellen können sich Krankheiten wie Salmonellen schnell ausbreiten. Deshalb empfiehlt der LBV:
- Futtersäulen oder Futtersilos verwenden. Darin rutscht das Futter nach und bleibt trocken, die Vögel können nicht hineinkoten.
- Klassische Futterhäuschen möglichst täglich ausfegen und regelmäßig mit heißem Wasser reinigen – ohne Chemie – und gut trocknen lassen.
- Futter vor Nässe schützen und Reste am Boden entfernen.
- Keine Plastiknetze: Meisenknödel ohne Netz kaufen oder in einen Halter legen. In den Netzen können sich kleine Vögel wie Blaumeisen verfangen, leere Netze landen zudem oft als Müll in der Natur.
- Die Futterstelle übersichtlich platzieren, etwa zwei bis fünf Meter entfernt von dichten Büschen, in denen sich Katzen anschleichen können.
- Eine flache Schale mit Wasser hilft vor allem Körnerfressern.
Mitmachen: Stunde der Wintervögel im Januar
Wer gern beobachtet, kann seine Beobachtungen auch der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Die bundesweite Stunde der Wintervögel von LBV und NABU findet in Bayern vom 8. bis 10. Januar 2027 statt. Eine Stunde lang zählt man im Garten, auf dem Balkon oder im Park die Vögel und meldet sie online beim LBV. Die Ergebnisse lassen sich anschließend für jeden Landkreis abrufen – auch für Stadt und Landkreis Aschaffenburg. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer in Schaafheim wohnt, meldet über den NABU in Hessen.
Ansprechpartner vor Ort ist die LBV-Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg mit der Regionalgeschäftsstelle Untermain im Dreizehnmorgenweg 8 in Kleinostheim, Telefon 06027 4090796, E-Mail untermain@lbv.de. Dort gibt es auch Rat, wenn man einen verletzten Vogel findet.
Häufige Fragen
Darf ich auch Enten und Schwäne am Main füttern?
Brot ist auch für Wasservögel ungeeignet und belastet die Gewässer. Bei einem Ausbruch der Geflügelpest können Landratsämter das Füttern von Wildvögeln außerdem per Allgemeinverfügung verbieten. Auf entsprechende Bekanntmachungen von Stadt und Landkreis sollte man deshalb achten.
Wann höre ich mit dem Füttern auf?
Wer im Winter füttert, sollte nach Rat des LBV den ganzen Winter über dabeibleiben, damit die Vögel sich auf die Futterstelle verlassen können. Ein vogelfreundlicher Garten mit heimischen Sträuchern bietet danach weiter Nahrung.
Welche Vögel sind im Bachgau im Winter zu sehen?
Typische Gäste an Futterstellen sind Kohl- und Blaumeise, Amsel, Rotkehlchen, Buchfink, Haussperling, Kleiber und Buntspecht. Wie es um andere Arten steht, zeigt etwa der Vogel des Jahres 2027: Die Mehlschwalbe braucht Hilfe an unseren Häusern. Und warum Hecken für viele Vögel so wichtig sind, steht im Beitrag über das Programm HeckenReich Unterfranken.




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