Hecken, Baumreihen und kleine Wäldchen prägen die fränkische Kulturlandschaft und sind Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen. Mit dem Naturschutzprojekt HeckenReich Unterfranken wollen die unterfränkischen Landschaftspflegeverbände, Naturparke und Landkreise unter Koordination der Regierung von Unterfranken diese Strukturen in den kommenden Jahren deutlich stärken. Dafür stehen mehr als zwei Millionen Euro bereit.
Was HeckenReich Unterfranken bis 2031 plant
Von 2026 bis 2031 sollen in ganz Unterfranken neue Hecken, Baumreihen und kleine Gehölzflächen entstehen. Bestehende Strukturen werden aufgewertet und ökologisch weiterentwickelt. Geplant ist eine große Bandbreite an Maßnahmen:
- Streuobstreihen mit regionalen Obstsorten
- „Klimalandschaften“ entlang von Gewässern
- die Wiederbelebung historischer Baumreihen entlang von Wegen
- klassische Biotophecken, etwa als Lebensraum für das Rebhuhn
Umgesetzt werden die Maßnahmen vor Ort von den Partnern in den einzelnen Landkreisen, meist in Zusammenarbeit mit Landwirten, Gemeinden und Grundstückseigentümern.
Hintergrund: Warum Hecken so wichtig sind
Hecken sind kleine Ökosysteme. Sie bieten Vögeln Brutplätze, Insekten Nahrung und Säugetieren wie Igel oder Haselmaus Unterschlupf. Für Feldvögel wie das Rebhuhn sind sie überlebenswichtig, weil sie Deckung vor Greifvögeln bieten. Eine gut aufgebaute Hecke mit Krautsaum, Sträuchern und einzelnen Bäumen kann mehreren hundert Tierarten Lebensraum geben.
Gleichzeitig erfüllen Hecken wichtige Aufgaben für die Landwirtschaft und den Klimaschutz:
- Sie bremsen den Wind und schützen Äcker vor Bodenerosion.
- Sie halten Wasser in der Landschaft und mildern Trockenheit.
- Sie speichern Kohlenstoff in Holz und Boden.
- Sie verbinden Lebensräume, sodass Tiere wandern können.
Über Jahrzehnte wurden viele Hecken für größere Felder entfernt. Das Projekt will diesen Verlust ein Stück weit ausgleichen.
Auftakt in Biebelried
Der offizielle Auftakt mit Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer findet am Freitag, 23. Oktober, am Ortsrand von Biebelried im Landkreis Kitzingen statt. Dort werden Ziele und Maßnahmen des Projekts vorgestellt.
Was das für den Bachgau bedeutet
Auch rund um Großostheim und Schaafheim prägen Feldgehölze, Streuobstwiesen und Wegraine die Landschaft. Wer Flächen besitzt und eine Hecke oder Baumreihe anlegen möchte, kann sich bei der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Aschaffenburg nach Beratungs- und Fördermöglichkeiten erkundigen. Ein Beispiel dafür, wie Naturschutz im Kleinen beginnt, ist der Vorgartenwettbewerb im Landkreis Aschaffenburg.
Gut zu wissen: Hecken im eigenen Garten
Wer statt Thuja oder Kirschlorbeer heimische Sträucher pflanzt, schafft im eigenen Garten ein kleines „HeckenReich“. Gut geeignet sind zum Beispiel:
- Weißdorn und Schlehe: frühe Blüte für Wildbienen, Früchte für Vögel
- Hundsrose: Hagebutten als Winterfutter
- Schwarzer Holunder und Hasel: schnellwüchsig und vielseitig
- Kornelkirsche und Pfaffenhütchen: attraktiv und robust
Der Herbst ist die beste Pflanzzeit, weil der Boden noch warm ist und die Sträucher bis zum Frühjahr Wurzeln bilden. Laub und Schnittgut lassen sich im Garten weiterverwerten, etwa auf dem Komposthaufen. Aus dickeren Ästen und Zweigen lässt sich außerdem eine Benjeshecke anlegen: eine Totholzhecke, die Igeln, Vögeln und Insekten schon im ersten Winter Unterschlupf bietet. Wichtig: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht gerodet oder radikal zurückgeschnitten werden, schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt.
Infos
Weitere Informationen zum Projekt veröffentlicht die Regierung von Unterfranken. Fachliche Hinweise zu Anlage und Pflege von Hecken bietet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.




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