Temperaturen bis 45 Grad nach jahrelanger Trockenheit: Dieses Szenario spielen Bund und Länder vom 4. bis 6. November 2026 in der Krisenmanagementübung LÜKEX 26 durch. Mehr als 150 Behörden und Organisationen sowie zehn Bundesländer trainieren dabei gemeinsam, wie der Staat auf eine solche Notlage reagieren würde. Mit dabei sind Bayern und Hessen – und damit beide Länder, zu denen der Bachgau gehört.
LÜKEX 26: Das wird geübt
LÜKEX steht für „Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung“. Sie findet in Abständen statt und wird federführend vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vorbereitet. Geübt wird das Krisenmanagement auf strategischer Ebene, also die Zusammenarbeit der Krisenstäbe von Ministerien, Behörden und Hilfsorganisationen.
Im Szenario hat Deutschland bereits fünf Dürrejahre hinter sich, als eine extreme Hitzewelle die Lage verschärft. Die Krisenstäbe müssen gemeinsam entscheiden, welche Maßnahmen die Bevölkerung schützen. Nach Angaben des BBK belasten Hitzewellen vor allem ältere und kranke Menschen, Schwangere und Kinder; das Gesundheitssystem kann an seine Grenzen kommen. Betroffen sind aber auch Umwelt, Verkehr und Ernährung. Ein wichtiger Teil der Übung ist deshalb die Krisenkommunikation. Das BBK spricht von der bisher größten Übung dieser Art.
Wer in Bayern und der Region mitübt
In Bayern sind neben dem Innenministerium mit dem Landesamt für Bevölkerungsschutz auch die Ministerien für Bau und Verkehr, für Umwelt und Verbraucherschutz sowie für Gesundheit, Pflege und Prävention beteiligt, außerdem fünf Bezirksregierungen. Eingebunden sind laut Innenministerium unter anderem Polizei, Landesfeuerwehrverband, Technisches Hilfswerk, Bayerisches Rotes Kreuz, Johanniter und das Landeskommando Bayern der Bundeswehr. Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried unterstützt die Übungsabwicklung.
„Ziel der Übung ist es, das strategische Krisenmanagement über Ressortgrenzen hinweg und die Zusammenarbeit von Bund und Ländern sowie die transparente Krisenkommunikation nachhaltig weiterzuentwickeln und zu verbessern“, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
Was das für den Bachgau bedeutet
Hitze und Trockenheit sind auch am Untermain ein Thema: In trockenen Sommern wurde in der Region bereits die Wasserentnahme aus Gewässern verboten. Wie sich Kommunen in Unterfranken an den Klimawandel anpassen können, ist Thema einer kostenlosen Online-Seminarreihe der Regierung von Unterfranken.
Auch vor Ort wird der Ernstfall geprobt: Der Markt Großostheim hat kürzlich seinen Stab für außergewöhnliche Ereignisse üben lassen. Wie man sich selbst auf Notlagen vorbereitet, zeigt die Dauerausstellung zum Bevölkerungsschutz im Landratsamt Aschaffenburg, die zu den Öffnungszeiten frei zugänglich ist.
Gut zu wissen: Vorsorge bei Hitze
- Bei Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes viel trinken, die Mittagshitze meiden und auf ältere Nachbarn achten.
- Warnungen kommen über Warn-Apps wie NINA und über Cell Broadcast aufs Handy.
- Tipps zur persönlichen Notfallvorsorge gibt das BBK auf seiner Seite zum Thema Vorsorge.




Schreibe einen Kommentar