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Artenvielfalt und Gesundheit: Bündnis appelliert an Bundesregierung

Symbolbild: Blühende Wildblumenwiese mit Insekten am Rand eines Wohngebiets – Artenvielfalt und GesundheitSymbolbild KI
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Saubere Luft, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Nahrung und Medikamente: Vieles, was uns gesund hält, hängt direkt von einer intakten Natur ab. Auf den Zusammenhang von Artenvielfalt und Gesundheit weist jetzt ein ungewöhnliches Bündnis hin. Mehr als 30 Organisationen aus dem Gesundheitswesen sowie aus Umwelt- und Klimaschutz fordern gemeinsam, den Schutz der biologischen Vielfalt auch als Gesundheitsvorsorge zu begreifen.

Anlass: die Weltnaturkonferenz COP17 in Armenien

Vom 19. bis 30. Oktober verhandelt die Weltgemeinschaft bei der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD COP17) in Jerewan, Armenien, über den Schutz der biologischen Vielfalt. 2022 hatten sich die Staaten im Kunming-Montreal-Abkommen auf 23 Ziele verpflichtet, um den Verlust der Artenvielfalt bis 2030 zu stoppen. In Jerewan wird nun erstmals offiziell Bilanz gezogen.

Ein zentrales Ziel ist „30×30“: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam geschützt sein. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind derzeit erst rund 18 Prozent der Landfläche und etwa 10 Prozent der Meere geschützt.

Der Appell des Bündnisses richtet sich an Bundesumweltminister Carsten Schneider, Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann und die Bundesregierung.

Wie Artenvielfalt und Gesundheit zusammenhängen

  • Medizin aus der Natur: Mehr als die Hälfte aller Medikamente stammt ursprünglich aus natürlichen Ressourcen.
  • Ernährung: Bestäubende Insekten und gesunde Böden sind die Grundlage für unsere Lebensmittel.
  • Wohlbefinden: Artenreiche Grünflächen senken die Hitze in Städten und Gemeinden und tun der Psyche gut.
  • Vorbeugung: Intakte Ökosysteme können helfen, die Ausbreitung von Krankheiten zu begrenzen.

Vier Forderungen an die Politik

Die Unterzeichnenden, darunter der Deutsche Pflegerat, Krankenkassen, NABU, BUND, WWF und Greenpeace, benennen vier Handlungsfelder:

  • Artenvielfalt als Gesundheitsvorsorge bei politischen Entscheidungen und Investitionen berücksichtigen
  • Gesundheit, Klima- und Artenschutz zusammendenken, etwa durch naturnahe Ortsentwicklung
  • globale Ziele voranbringen, allen voran das 30×30-Ziel
  • den „One Health“-Ansatz stärken, also die Zusammenarbeit von Human-, Tiermedizin und Umweltwissenschaften

„Gesundheit beginnt nicht mit Tabletten, einer Operation oder einem MRT“, sagt der Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. Eckart von Hirschhausen, dessen Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ zu den Initiatoren gehört. Sie beginne viel früher, mit Luft, Wasser, Nahrung, erträglichen Temperaturen und einem friedlichen Miteinander.

Was „One Health“ bedeutet

Hinter dem Begriff steht die Erkenntnis, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt untrennbar verbunden ist. Viele Infektionskrankheiten werden von Tieren auf Menschen übertragen. Wo Lebensräume zerstört werden, kommen Wildtiere, Nutztiere und Menschen enger in Kontakt. Umgekehrt verringern stabile, artenreiche Ökosysteme solche Risiken. Auch Hitzewellen, die in dicht bebauten Orten besonders belasten, lassen sich durch Bäume und Grünflächen abmildern.

Was das vor Ort bedeutet

Artenschutz beginnt nicht erst in fernen Schutzgebieten. Blühflächen statt Schotter, heimische Hecken, Streuobstwiesen und naturnahe Grünflächen in Gemeinden wie Großostheim und Schaafheim tragen ebenfalls dazu bei, für Insekten und Vögel genauso wie für die Menschen, die dort leben. Anregungen gibt etwa der Vorgartenwettbewerb im Landkreis Aschaffenburg. Wer im Garten Laub und Pflanzenreste nicht entsorgt, sondern kompostiert, fördert zudem das Bodenleben.

Weitere Informationen

Hintergründe zur Weltnaturkonferenz bietet das Bundesumweltministerium.

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