Mit den ersten kalten Abenden brennt im Bachgau in vielen Wohnzimmern wieder ein Holzfeuer. Wer seinen Kaminofen richtig heizen will, kann mit wenigen Handgriffen deutlich weniger Feinstaub erzeugen – im eigenen Wohnzimmer und in der Nachbarschaft. Das Umweltbundesamt (UBA) hat dazu seine Empfehlungen im Oktober aktualisiert; wir fassen zusammen, was für Ofenbesitzer in Großostheim, Schaafheim und der Region wichtig ist.
Darum geht es: Feinstaub aus dem Ofen
Holz verbrennt in kleinen Öfen ohne automatische Regelung nie vollständig. Dabei entstehen nach Angaben des UBA gesundheitsschädliche Stoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), außerdem giftiges Kohlenmonoxid und klimaschädliche Gase wie Methan und Ruß. Der Staub besteht zu über 90 Prozent aus Partikeln, die kleiner als 10 Mikrometer sind – feiner als ein menschliches Haar. Solche Partikel können tief in die Lunge gelangen. Besonders belastet sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Schadstoffe bleiben nicht nur draußen: Auch bei modernen Öfen gelangen sie beim Anzünden und Nachlegen in den Wohnraum. Wie sich solche Partikel in Innenräumen genauer bestimmen lassen, untersucht das UBA derzeit in einem Forschungsprojekt; die Ergebnisse hat das Amt Ende Oktober veröffentlicht.
Kaminofen richtig heizen: Die wichtigsten Tipps
- Nur trockenes, unbehandeltes Holz verbrennen. Gut getrocknetes Scheitholz hat laut UBA einen Wasseranteil von 15 bis 20 Prozent. Das dauert je nach Holzart ein bis zwei Jahre. Frisch geschlagenes Holz aus dem Wald ist im selben Winter noch nicht ofenfertig.
- Holz richtig lagern: sonnig und luftig, vor Regen und Schnee geschützt und ohne Kontakt zum Boden, zum Beispiel auf zwei Querbalken. Gespaltenes Holz trocknet schneller und brennt besser. Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt, ob das Holz trocken genug ist.
- Kein Müll in den Ofen: Lackiertes oder beschichtetes Holz, Spanplatten, Verpackungen und Papierabfälle gehören nicht ins Feuer.
- Die Zwei-Zentimeter-Regel: Die Ofentür beim Nachlegen nie ruckartig öffnen. Erst einen Spalt von etwa zwei Zentimetern öffnen und einige Sekunden warten. So baut sich der Unterdruck ab und der Rauch zieht durch den Schornstein statt ins Zimmer.
- Stoßlüften: Nach dem Anzünden und nach jedem Nachlegen das Fenster im Aufstellraum für einige Minuten ganz öffnen.
- Bedienungsanleitung beachten: Menge, Scheitgröße und Luftzufuhr sind auf das jeweilige Gerät abgestimmt.
- Asche in die Restmülltonne: Abgekühlte Asche gehört laut UBA nicht in den Garten oder auf den Kompost, weil sich sonst Schwermetalle und Verbrennungsrückstände im Boden anreichern.
Alter Ofen? Diese Regeln gelten
Für Kamin- und Kachelöfen gilt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV). Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 typgeprüft wurden, mussten bis zum 31. Dezember 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder ersetzt werden, wenn sie die geltenden Grenzwerte nicht einhalten. Für noch ältere Geräte waren die Fristen schon früher abgelaufen.
Das UBA rät, den Austausch zu prüfen, wenn ein Ofen älter als 15 Jahre ist. Neue Geräte müssen die zweite Stufe der 1. BImSchV einhalten. Beim Kauf helfen das EU-Energielabel (gute Öfen erreichen die Klasse A+) und der Blaue Engel, der besonders emissionsarme Kaminöfen kennzeichnet. Für bestehende Anlagen gibt es bauartzugelassene Staubabscheider. Wer umsteigt, kann auch einen Pelletofen in Betracht ziehen, der laut UBA emissionsärmer verbrennt.
Ob der eigene Ofen betrieben werden darf, wie groß er für den Raum sein sollte und was beim Austausch zu beachten ist, beantwortet der zuständige Kaminkehrer – in Hessen, also in Schaafheim und seinen Ortsteilen, Schornsteinfeger genannt. Er kommt ohnehin regelmäßig zur Feuerstättenschau ins Haus.
Gut zu wissen für den Bachgau
Das UBA empfiehlt grundsätzlich, Häuser nicht hauptsächlich mit Holz zu beheizen, sondern auf brennstofffreie erneuerbare Energien wie Wärmepumpe oder Solarthermie zu setzen. Wer darüber nachdenkt, findet in Stadt und Landkreis Aschaffenburg kostenlose Angebote: Einen Überblick über Energie-Infotage und Vorträge in Stadt und Landkreis Aschaffenburg haben wir zusammengestellt. Was Heizen derzeit kostet, zeigt unser Beitrag zum Heizspiegel 2026. Unabhängige Energieberatung bietet außerdem die Energieberatung der Verbraucherzentrale an.
Wenn es draußen glatt wird, gelten für Hausbesitzer übrigens auch Pflichten vor der Tür: Was beim Schneeräumen und Streuen gilt, steht in unserem Beitrag zur Räumpflicht in Großostheim.
Beim Brennholz rät das UBA zu Holz aus der Region und aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Wichtig ist dabei vor allem, dass es lange genug getrocknet ist.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob mein Ofen sauber brennt?
Ein gut brennendes Feuer qualmt kaum sichtbar. Dichter, dunkler oder stark riechender Rauch aus dem Schornstein deutet auf zu feuchtes Holz, zu wenig Luft oder eine falsche Bedienung hin. Im Zweifel hilft der Kaminkehrer weiter.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Je nach Holzart ein bis zwei Jahre, bis der Wasseranteil bei 15 bis 20 Prozent liegt. Gespalten und luftig gelagert geht es schneller.
Darf ich die Asche in den Garten streuen?
Das UBA rät davon ab. Die abgekühlte Asche gehört in die Restmülltonne.
Muss ich meinen alten Kaminofen austauschen?
Das hängt vom Alter und von den Messwerten ab. Für Öfen mit Typprüfung bis März 2010 sind die Übergangsfristen abgelaufen, sofern sie die Grenzwerte nicht einhalten. Der Kaminkehrer kann sagen, was für das eigene Gerät gilt.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer an Asthma, einer anderen Atemwegserkrankung oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet und Beschwerden durch Rauch bemerkt, sollte das mit der Hausarztpraxis besprechen. Weitere Tipps zum Heizen mit Holz finden Sie auf der Ratgeberseite des Umweltbundesamts.




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