Die Heizperiode hat begonnen, und mit ihr die Frage, was die nächste Abrechnung bringt. Nach einer kurzen Phase der Entspannung ist Heizen in Deutschland wieder spürbar teurer geworden. Das zeigt der neue „Heizspiegel für Deutschland 2026“, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht hat. Ausgewertet wurden Daten aus mehr als 90.000 Gebäuden.
So viel kostete Heizen im Jahr 2025
Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus fielen im Abrechnungsjahr 2025 im Schnitt folgende Heizkosten an:
- Fernwärme: 1.295 Euro (plus 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr)
- Erdgas: 1.170 Euro (plus 14 Prozent)
- Heizöl: 1.030 Euro (unverändert)
- Holzpellets: 735 Euro (plus 20 Prozent)
- Wärmepumpe: 715 Euro (plus 5 Prozent)
Im durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern stiegen die Kosten bei einer Gasheizung auf rund 2.040 Euro (plus 15 Prozent). Mit Öl waren es 2.145 Euro (plus 1 Prozent), mit einer Wärmepumpe 1.260 Euro (plus 5 Prozent).
Prognose für 2026: Öl wird deutlich teurer
Für das laufende Jahr erwarten die Experten eine gemischte Entwicklung. Wer mit Öl heizt, muss sich wegen der weltweiten Krisen auf deutliche Mehrkosten einstellen: Für die 70-Quadratmeter-Wohnung rechnet der Heizspiegel mit einem Plus von 24 Prozent auf rund 1.275 Euro, im Einfamilienhaus sogar mit 28 Prozent auf etwa 2.745 Euro. Auch Holzpellets dürften wegen knapper Rohstoffe um rund 17 Prozent teurer werden.
Etwas Entlastung gibt es beim Gas: Weil die Gasspeicherumlage weggefallen ist, könnten die Kosten im Jahresschnitt um etwa 4 Prozent sinken. Allerdings sind die Großhandelspreise gestiegen, und das kommt erfahrungsgemäß zeitverzögert bei den Verbrauchern an. Ende 2026 oder 2027 rechnen die Fachleute daher wieder mit Preiserhöhungen. Wärmepumpen bleiben mit einem erwarteten Plus von 3 Prozent weitgehend stabil.
Langfristig, so die Prognose, könnten sich die Kosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln – vor allem wegen des steigenden CO₂-Preises.
Die eigene Abrechnung prüfen
Ob die eigenen Heizkosten im Rahmen liegen, lässt sich mit dem kostenlosen Heizkostenrechner unter heizspiegel.de prüfen. Dort gibt man Heizenergie, Wohnfläche und Kosten aus der letzten Abrechnung ein und sieht, ob der Verbrauch niedrig, mittel oder zu hoch ist. Gerade für Mieter ist das ein guter Anhaltspunkt, um mit dem Vermieter über Sanierungen oder eine Überprüfung der Abrechnung zu sprechen.
Sofort sparen ohne Investition
Bevor man über eine neue Heizung nachdenkt, lohnen sich die einfachen Maßnahmen. Sie kosten wenig oder nichts:
- Raumtemperatur senken: Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Heizenergie. Im Wohnzimmer reichen meist 20 Grad, im Schlafzimmer 17 bis 18 Grad.
- Stoßlüften statt Kipplüften: Mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten die Fenster weit öffnen und die Heizung dabei abdrehen. Gekippte Fenster kühlen die Wände aus und verschwenden viel Energie.
- Heizkörper freihalten: Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen vor dem Heizkörper behindern die Wärmeabgabe.
- Heizkörper entlüften: Gluckert es oder wird der Heizkörper oben nicht richtig warm, ist Luft im System. Entlüften dauert nur wenige Minuten.
- Nachts und bei Abwesenheit absenken: Programmierbare Thermostate erledigen das automatisch und sind für wenig Geld nachrüstbar.
- Rollläden schließen: Nachts heruntergelassene Rollläden verringern den Wärmeverlust über die Fenster spürbar.
Wer über einen Heizungstausch nachdenkt
Wer ohnehin eine alte Heizung ersetzen muss, sollte die laufenden Kosten über die gesamte Lebensdauer betrachten und nicht nur den Anschaffungspreis. Für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme gibt es staatliche Zuschüsse über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Eine unabhängige Beratung bieten unter anderem die Verbraucherzentrale Bayern und die von der Bundesförderung bezuschussten Energieberater. Den Kontakt vermitteln oft auch die Kommunen und das Landratsamt.
Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund; Pressemitteilung vom 15.10.2026



