Im Winter ist der Balkon zu kalt, einen Trockenraum hat längst nicht jedes Haus: Viele müssen ihre Wäsche in der Wohnung trocknen. Das ist kein Problem, wenn man ein paar Regeln beachtet. Entscheidend ist, die Feuchtigkeit aus der Wäsche wieder aus der Wohnung zu bekommen, sonst drohen feuchte Wände und Schimmel.
Warum Wäsche in der Wohnung trocknen Feuchtigkeit bringt
Das Wasser in der Wäsche verschwindet nicht, es landet in der Raumluft. Nach Zahlen der Verbraucherzentrale gibt geschleuderte Wäsche beim Trocknen etwa 50 bis 200 Milliliter Wasser pro Stunde ab, tropfnasse Wäsche sogar bis zu 500 Milliliter. Zum Vergleich: Ein Drei-Personen-Haushalt bringt durch Atmen, Duschen und Kochen ohnehin bis zu zwölf Liter Feuchtigkeit am Tag in die Luft.
Das Umweltbundesamt empfiehlt in Wohnräumen eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent. Steigt sie an kühlen Stellen wie Außenwänden, Raumecken oder hinter Schränken auf etwa 70 bis 80 Prozent, kann Schimmel wachsen. In alten, schlecht gedämmten Häusern kann schon eine geringere Raumfeuchte kritisch sein.
Tipps: So trocknet Wäsche drinnen richtig
- Hoch schleudern: Je weniger Wasser in der Wäsche steckt, desto weniger muss verdunsten. Die höchste Schleuderstufe, die die Textilien vertragen, spart Zeit und Feuchtigkeit.
- Den richtigen Raum wählen: Am besten einen beheizten Raum, der sich gut lüften lässt, und die Tür zu den übrigen Zimmern schließen. Kühle Schlafzimmer sind ungeeignet, weil sich die Feuchtigkeit dort an den Wänden niederschlägt.
- Platz lassen: Wäschestücke nicht dicht an dicht hängen, damit die Luft zirkulieren kann. Große Mengen lieber auf mehrere Tage verteilen.
- Stoßlüften statt kippen: Mehrmals täglich das Fenster für einige Minuten weit öffnen, im Winter reichen oft fünf Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wand aus und bringen wenig Luftaustausch.
- Abstand zur Außenwand: Den Wäscheständer nicht direkt an kalte Außenwände oder in Ecken stellen.
- Messen statt raten: Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich bleibt. Es sollte nicht direkt am Fenster, an der Außenwand oder am Heizkörper stehen.
Wäsche auf der Heizung trocknen?
Wäsche direkt auf dem Heizkörper trocknet zwar schnell, verteilt die Feuchtigkeit aber auf einen Schlag im Raum. Außerdem behindert sie die Wärmeabgabe, denn Heizkörper sollten frei bleiben, damit sich die warme Luft im Zimmer verteilen kann. Besser ist ein Wäscheständer in einem warmen Raum mit etwas Abstand zur Heizung, kombiniert mit regelmäßigem Lüften.
Ein Irrtum ist auch, dass Trocknerbälle auf dem Wäscheständer helfen: Sie sind für den Wäschetrockner gedacht, wo sie die Wäsche auflockern. Auf dem Ständer bringen sie nichts.
Gute Alternativen zum Wohnzimmer
Das Umweltbundesamt rät, Wäsche möglichst nicht in der Wohnung zu trocknen, sondern auf dem Wäscheplatz oder im Trockenraum. Auch im Winter trocknet Wäsche draußen, wenn es windig und trocken ist, bei Frost sogar durch Verdunstung direkt aus dem gefrorenen Zustand. Das dauert nur länger.
Wer einen Wäschetrockner nutzt, sollte bei Ablufttrocknern den Schlauch ins Freie führen. Kondens- und Wärmepumpentrockner sammeln das Wasser in einem Behälter. Wärmepumpentrockner verbrauchen dabei deutlich weniger Strom.
Gut zu wissen: Schimmel hat oft mehrere Ursachen
Ob sich Schimmel bildet, hängt vom Zusammenspiel aus Feuchtigkeit, Lüften, Heizen und Bausubstanz ab. Kalte Wandflächen, Wärmebrücken oder undichte Stellen machen ein Haus anfälliger, aber auch in gut gedämmten Wohnungen kann zu hohe Feuchte Probleme bereiten. Ausführliche Lüftungstipps hat das Umweltbundesamt auf seiner Seite Wie lüfte ich richtig? zusammengestellt.
Wer wiederkehrend feuchte Wände hat, sollte sich beraten lassen. Wo es im Raum Aschaffenburg unabhängige Energieberatung gibt, zeigt unser Beitrag Energieberatung in Aschaffenburg: Wo finde ich was?. Wie man beim Heizen spart, ohne die Räume auskühlen zu lassen, steht im Heizspiegel 2026.
Häufige Fragen
Ist es schädlich, Wäsche in der Wohnung zu trocknen?
Nicht grundsätzlich. Problematisch wird es erst, wenn die Feuchtigkeit nicht weggelüftet wird und sich an kühlen Wänden niederschlägt. Bleibt die Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent, ist das Trocknen in einem beheizten, gut gelüfteten Raum in Ordnung.
Wie oft sollte ich beim Wäschetrocknen lüften?
Mehrmals am Tag stoßlüften, also das Fenster für einige Minuten weit öffnen. Im Winter reichen dafür oft fünf Minuten, in der Übergangszeit braucht es länger. Ein Hygrometer zeigt, ob das genügt.
Hilft trockene Heizungsluft beim Wäschetrocknen?
Bei sehr trockener Raumluft, etwa unter 40 Prozent, kann ein Wäscheständer die Luftfeuchte etwas anheben. Das ersetzt aber nicht das Lüften, denn eine ganze Maschinenladung gibt viel Wasser ab.
In welchem Raum trocknet Wäsche am besten?
In einem warmen Raum mit Fenster, dessen Tür man schließen kann, zum Beispiel im Bad. Ungeeignet sind kühle, wenig beheizte Zimmer und das Schlafzimmer.
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