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Aschaffenburg: Gedenken an die Pogromnacht am 9. November

Denkmal für die ehemalige Synagoge am Wolfsthalplatz – Pogromnacht Aschaffenburg

Foto: Lutz Hartmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten)

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Zum Gedenken an die Pogromnacht in Aschaffenburg laden die Stadt, der Förderkreis „Haus Wolfsthalplatz“ und weitere Gruppen am Montag, 9. November 2026, zu mehreren Veranstaltungen ein. Im Mittelpunkt steht die zentrale Gedenkfeier am Wolfsthalplatz, wo bis 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde stand. Wichtig: Die Feier beginnt in diesem Jahr um 18.30 Uhr, nicht wie zunächst angekündigt um 18 Uhr.

Gedenken an die Pogromnacht in Aschaffenburg: die Termine

  • 17.30 Uhr: Gedenken unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg“, Beginn vor der Sandkirche. Danach führt ein stiller Gedenkweg zum Geburtshaus von Peter Gingold in der Steingasse 27. Veranstalter ist das Bündnis gegen Rechts.
  • 17 bis 19 Uhr: Das Museum Jüdischer Geschichte und Kultur in der Treibgasse 20 ist für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
  • 18.30 Uhr: Zentrale Gedenkfeier der Stadt am Wolfsthalplatz mit musikalischer Umrahmung.
  • 19.30 Uhr: Vortrag „Die starke Präsenz des Antisemitismus, Möglichkeiten einer Bildungsarbeit gegen Antisemitismus“ im Martinushaus. Es spricht Tami Rickert von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.

Alle Informationen, auch zu möglichen Änderungen, veröffentlicht das Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg.

Hintergrund: Was am 9. und 10. November 1938 geschah

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten die Nationalsozialisten im ganzen Deutschen Reich Gewalt gegen Jüdinnen und Juden. Synagogen wurden angezündet, Geschäfte und Wohnungen verwüstet, Menschen misshandelt, verhaftet und getötet. Die Pogromnacht gilt als Übergang von der Ausgrenzung zur systematischen Verfolgung, die im Holocaust endete.

Auch in Aschaffenburg brannte die Synagoge. Das Gotteshaus war 1893 eröffnet worden. In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 drangen SA-Männer ein und legten Feuer, das Gebäude brannte aus. Dabei wurden auch Torarollen und das Gemeindearchiv vernichtet. Heute erinnern am Wolfsthalplatz ein Denkmal an die zerstörte Synagoge und das „Zeitwagen“-Kunstwerk an die jüdische Gemeinde. Im ehemaligen Rabbinats- und Schulgebäude in der Treibgasse 20 zeigt das Museum Jüdischer Geschichte und Kultur das jüdische Leben in der Stadt.

Warum der Vortrag zum Antisemitismus wichtig ist

Der Abendvortrag schlägt die Brücke in die Gegenwart. Antisemitismus sei kein Randphänomen und begegne Menschen heute in vielfältigen Formen, heißt es in der Ankündigung; die Zahl antisemitischer Vorfälle steige. Es geht um die Frage, wie Bildungsarbeit dem entgegenwirken kann. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Martinushauses mit der Stadt Aschaffenburg und dem Förderkreis Haus Wolfsthalplatz.

Gut zu wissen

Peter Gingold, zu dessen Geburtshaus der Gedenkweg führt, stammte aus Aschaffenburg und war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. Mehr zum Widerstand in der Region erzählt unser Beitrag über den antifaschistischen Widerstand im Rhein-Main-Gebiet. Wie die Stadt in früheren Jahren gedachte, steht in unserem Bericht zum Gedenken an die Pogromnacht in Aschaffenburg. Um Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft geht es auch bei der Integrationskonferenz am 14. November.

Termin im Kalender: Gedenkfeier am Wolfsthalplatz (9. November) und Vortrag im Martinushaus (9. November) – auf wohin.bachgau.social lässt sie sich direkt in den eigenen Kalender übernehmen.

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