Magersucht, Bulimie oder Essanfälle beginnen oft im Jugendalter – und bleiben lange unbemerkt. Eine kostenlose Elternrunde zum Thema Essstörungen in Aschaffenburg soll Eltern helfen, Warnsignale früh zu erkennen: am Mittwoch, 18. November, um 19.30 Uhr im Familienstützpunkt Obernau, Mozartstraße 5.
Essstörungen: Darum geht es bei der Elternrunde
Unter dem Titel „Zwischen Gefühl und Gewicht – Essstörungen erkennen und verstehen“ erklärt die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Laura Köhler die Unterschiede zwischen Magersucht, Bulimie und Binge-Eating, also wiederkehrenden Essanfällen. Es geht um Warnsignale und Risikofaktoren und um die Frage, welchen Einfluss soziale Medien auf Körperbild und Essverhalten haben.
Eltern erhalten außerdem Anregungen, wie sie ihre Kinder einfühlsam begleiten und zu Hause einen wertschätzenden Umgang mit Essen, Gewicht und Körper fördern können. Vorgestellt werden zudem Beratungs- und Hilfsangebote. Die Veranstaltung richtet sich an Familien mit Kindern ab zehn Jahren und lässt Raum für Fragen und Austausch. Veranstalter sind die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi), die Familienbildung und der Kinder- und Jugendschutz der Stadt. Familienstützpunkte sind wohnortnahe Anlaufstellen mit Kursen, Beratung und offenen Treffs – Aschaffenburg hat sechs davon, einer davon in Obernau.
Hintergrund: Mehr junge Menschen suchen Hilfe
Beratungsstellen berichten seit einigen Jahren von wachsender Nachfrage. Betroffen sind vor allem Mädchen und junge Frauen, doch auch Jungen geraten zunehmend in den Blick – etwa durch einen starken Drang nach Muskeln und strengen Ernährungsplänen. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Leistungsdruck, Schönheitsideale, Diäten und Essstörungen in der Familie. Je früher Betroffene Unterstützung bekommen, desto besser sind die Chancen auf Genesung.
Gut zu wissen: Mögliche Warnsignale
- auffälliger Gewichtsverlust oder starke Gewichtsschwankungen
- Auslassen von Mahlzeiten, Essen nur noch allein oder heimlich
- ständiges Kalorienzählen, sehr strenge Ernährungsregeln
- exzessiver Sport, auch bei Krankheit oder Verletzung
- häufiger Toilettengang direkt nach dem Essen
- Rückzug von Freunden und gemeinsamen Mahlzeiten
Einzelne Anzeichen sind noch kein Beweis. Wer sich Sorgen macht, sollte das Gespräch ruhig und ohne Vorwürfe suchen und sich frühzeitig beraten lassen, etwa bei der Kinder- oder Hausarztpraxis. Druck, Kontrolle oder Diskussionen über Gewicht am Esstisch helfen dagegen meist nicht weiter.
Termine und Kontakt
- Wann: Mittwoch, 18. November 2026, 19.30 Uhr
- Wo: Familienstützpunkt Obernau, Mozartstraße 5, Aschaffenburg
- Kosten: keine
- Anmeldung: online über das Ticketsystem des Bildungsbüros
- Bundesweite Beratung: Infotelefon Essstörungen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, 0221 892031; für Kinder und Jugendliche die Nummer gegen Kummer, 116 111
Weitere Gesundheitsthemen: Grippeimpfung – wer sich jetzt impfen lassen sollte sowie unser Ratgeber zur Brustkrebs-Früherkennung.
Termin im Kalender: Elternrunde zu Essstörungen in Obernau (18. November) – auf wohin.bachgau.social lässt er sich direkt in den eigenen Kalender übernehmen.




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