Wer in Großostheim ein Elektroauto fährt, muss zum schnellen Laden in den Nachbarort. Laut dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur gibt es in der Marktgemeinde mit ihren rund 11.300 Autos 23 öffentlich gemeldete Ladepunkte, aber keinen einzigen Schnelllader, und nicht alle davon sind jederzeit zugänglich. Wie steht es um das E-Auto laden in Großostheim, im Bachgau, in Aschaffenburg und im Landkreis? Wir haben die aktuellen Zahlen ausgewertet.
Immer mehr E-Autos in der Region
Die Nachfrage wächst deutlich. Im September 2026 waren nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) bundesweit 34,5 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Elektroautos, mehr als ein Drittel. Im Bestand sind die Stromer noch in der Minderheit, aber auch hier steigt ihr Anteil. Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren laut KBA zugelassen:
| Zulassungsbezirk | Pkw insgesamt | reine E-Autos | Anteil |
|---|---|---|---|
| Stadt Aschaffenburg | 44.447 | 2.508 | 5,6 % |
| Landkreis Aschaffenburg | 120.342 | 5.441 | 4,5 % |
| Landkreis Miltenberg | 88.088 | 2.981 | 3,4 % |
| Landkreis Darmstadt-Dieburg (mit Schaafheim) | 191.669 | 8.315 | 4,3 % |
| Deutschland | 49.486.487 | 2.034.260 | 4,1 % |
Hinzu kommen Plug-in-Hybride, die ebenfalls an der Säule laden: 1.415 in der Stadt Aschaffenburg, 2.627 im Landkreis Aschaffenburg und 1.837 im Landkreis Miltenberg. Für einzelne Gemeinden wie Großostheim weist das KBA keine Zahlen nach Antriebsart aus.
Ladepunkte im Vergleich: Wie viele E-Autos teilen sich eine Säule?
Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur (Stand 1. September 2026) zeigt, wie viele öffentliche Ladepunkte es gibt. Als Schnelllader gelten Ladepunkte mit Gleichstrom ab etwa 50 Kilowatt, an denen ein Auto in 20 bis 40 Minuten einen großen Teil seines Akkus nachladen kann.
| Gebiet | öffentliche Ladepunkte | davon Schnellladepunkte | E-Autos je Ladepunkt |
|---|---|---|---|
| Stadt Aschaffenburg | 167 | 46 | 15,0 |
| Landkreis Aschaffenburg | 464 | 137 | 11,7 |
| Landkreis Miltenberg | 204 | 49 | 14,6 |
| Landkreis Darmstadt-Dieburg | 645 | 193 | 12,9 |
| Deutschland | 209.098 | 58.820 | 9,7 |
Ergebnis: In Stadt und Landkreis Aschaffenburg sowie im Landkreis Miltenberg teilen sich mehr E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt als im Bundesdurchschnitt, in der Stadt Aschaffenburg sind es rund die Hälfte mehr. Die Werte sind eine Näherung, denn der Fahrzeugbestand stammt vom Januar, das Register vom September, und Plug-in-Hybride sind nicht eingerechnet. Zudem führt die Bundesnetzagentur nur Ladesäulen, deren Anzeigeverfahren abgeschlossen ist, die tatsächliche Zahl kann also etwas höher liegen.
E-Auto laden in Großostheim: 23 Ladepunkte, kein Schnelllader
Für die Postleitzahl 63762 verzeichnet das Register zwölf öffentliche Ladeeinrichtungen mit 23 Ladepunkten, alle mit der Ortsangabe Großostheim. Es handelt sich ausschließlich um Normallader mit Wechselstrom, an denen ein Auto je nach Modell mit 11 oder 22 Kilowatt lädt, also eher über mehrere Stunden. Die Standorte laut Register:
- Am Kirchberg 1 (Markt Großostheim und Energielösung GmbH)
- Kanzleistraße 2, an der Musikschule (Markt Großostheim und Energielösung GmbH)
- Bachstraße 74, Parkplatz Blumen Berchtenbreiter
- Borngasse 10 (König System- und Elektrotechnik)
- Stockstädter Straße 19 (Wideflex Bau+Service)
- Alter Stadtweg 7 und Südring 10A (je ein Ladepunkt privater Betreiber)
Nicht jeder dieser Ladepunkte ist allerdings rund um die Uhr nutzbar. Einige stehen auf Firmen- oder Kundenparkplätzen und sind nach Geschäftsschluss nicht mehr erreichbar. Das Register hilft dabei wenig: Bei mehreren Einträgen fehlen Angaben zu Öffnungszeiten, einer ist ausdrücklich nur für Kunden und Besucher. Wer abends oder am Wochenende laden will, sollte sich vorher vor Ort oder in einer Lade-App vergewissern.
Zwei weitere Ladesäulen entstehen derzeit auf dem Parkplatz von Futterhaus und Schuhwerk Indigo. Nach unseren Beobachtungen dürfte es sich um Schnelllader des Anbieters EWE Go handeln, das wäre der erste Schnellladestandort in Großostheim. Der Parkplatz ist allerdings eng. Welche Ladeleistung die neuen Säulen haben und wann sie in Betrieb gehen, ist noch nicht bekannt.
In Pflaumheim, Wenigumstadt und Ringheim führt das Register keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt. Rechnerisch kommen in Großostheim rund 2,0 öffentliche Ladepunkte auf 1.000 Pkw, bundesweit sind es 4,2, im Landkreis Aschaffenburg 3,9.
Schaafheim und die Nachbarn sind weiter
Im kleineren Nachbarort Schaafheim (rund 6.100 Pkw) stehen laut Register 19 öffentliche Ladepunkte, darunter sechs Schnellladepunkte: vier Ladepunkte mit bis zu 400 Kilowatt an der Großostheimer Straße 18 (Betreiber BP Europa SE, seit März 2025) und zwei mit 50 Kilowatt am Parkplatz der Sporthalle in der Wilhelmstraße (Entega, seit Februar 2026). Weitere Normallader gibt es im Ort und in Mosbach. Das ergibt 3,1 Ladepunkte je 1.000 Pkw.
Auch rund um den Bachgau gibt es Schnelllader: In Kleinostheim zählt das Register 32 Schnellladepunkte, in Goldbach zwölf, in Mainaschaff elf, in Stockstadt vier. In der Stadt Aschaffenburg laden E-Autos unter anderem an der Autobahnabfahrt Aschaffenburg-West mit bis zu 350 Kilowatt und am Dämmer Tor Carré. Ohne Schnelllader sind dagegen etwa Niedernberg und Haibach.
Was in Aschaffenburg geplant ist
Die Stadtwerke Aschaffenburg betreiben nach eigenen Angaben 68 öffentliche Ladepunkte an 23 Standorten in Stadt und Landkreis, darunter Parkhäuser wie Hauptbahnhof, Löhergraben und Stadthalle sowie einen Schnelllader mit zweimal 200 Kilowatt am Dämmer Tor Carré. 2026 kommen zwölf neue Standorte mit 24 Ladepunkten hinzu, vor allem in Wohngebieten für Menschen ohne eigene Wallbox, etwa in Damm, Strietwald, Schweinheim, Obernau, Leider und Nilkheim. Laut Stadt sollen die neuen Säulen bis Ende 2026 stehen. Tarife und Standorte stehen auf der Infoseite der Stadtwerke zur E-Mobilität. Schon früher haben die Stadtwerke mit der Stadtbau Ladesäulen für Mieter aufgebaut.
Warum Schnelllader im Ort wichtig sind
Wer ein eigenes Haus mit Wallbox hat, lädt meist zu Hause. Wer zur Miete wohnt, keinen Stellplatz hat oder viel fährt, ist dagegen auf öffentliche Säulen angewiesen. Ein Schnellladepark braucht eine geeignete Fläche, einen leistungsstarken Netzanschluss und einen Betreiber. Gemeinden können solche Projekte anstoßen, indem sie Flächen anbieten oder Betreiber gezielt ansprechen. Für Großostheim ist bislang kein solches Projekt öffentlich bekannt.
Häufige Fragen
Wo finde ich alle Ladesäulen in der Nähe?
Die Bundesnetzagentur zeigt alle gemeldeten öffentlichen Ladepunkte auf ihrer Ladesäulenkarte. Dort lassen sich auch Leistung und Steckertyp ablesen.
Was ist der Unterschied zwischen Normal- und Schnellladen?
Normallader liefern Wechselstrom mit meist 11 oder 22 Kilowatt, ein voller Akku braucht mehrere Stunden. Schnelllader arbeiten mit Gleichstrom ab 50 Kilowatt, moderne Säulen mit 150 bis 400 Kilowatt laden geeignete Autos in rund 20 bis 30 Minuten weitgehend auf.
Wo gibt es Beratung zum E-Auto in der Region?
Stadt und Landkreis Aschaffenburg bieten regelmäßig kostenlose Energieberatung und Vorträge an, auch zur E-Mobilität. Mehr dazu in unserem Beitrag zu den Energie-Infotagen in Stadt und Landkreis.




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