Die Aschaffenburger Polizei und die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg sind mit einer Großaktion gegen eine Gruppe vorgegangen, die illegal Sprachzertifikate verschafft haben soll. Am Mittwoch, 21. Oktober, wurden über 30 Objekte vor allem in Nordrhein-Westfalen und München durchsucht, sieben Tatverdächtige sind festgenommen. Das teilen Polizeipräsidium Unterfranken und Staatsanwaltschaft mit.
Sprachzertifikate: Ermittlungen aus Aschaffenburg
Seit 2025 ermittelt die eigens gegründete Ermittlungskommission „Kiosk“ unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und Einschleusung. Die Zertifikate wurden laut Polizei etwa in Einbürgerungsverfahren oder bei Anträgen auf eine Niederlassungserlaubnis vorgelegt. Zunächst waren es komplett gefälschte Dokumente; später setzte die Gruppe vermehrt Stellvertreter ein, die – meist mit gefälschtem Ausweis – die Prüfung im Namen der Antragsteller ablegten. Die Ermittler gehen von einer mittleren zweistelligen Zahl Tatverdächtiger aus, die dreistellig vielen Menschen solche Zertifikate verschafft haben sollen.
350 Einsatzkräfte, Fälscherwerkstatt entdeckt
An dem Einsatz waren über 350 Beamte aus Unterfranken, Mittelfranken, München und Nordrhein-Westfalen, Kräfte der Bundespolizei und des österreichischen Bundeskriminalamts beteiligt, unterstützt von Europol. Die Ermittler stießen auf eine professionelle Fälscherwerkstatt mit hochwertigen Druckern, stellten eine scharfe Schusswaffe, eine mittlere fünfstellige Bargeldsumme und kleine Mengen Drogen sicher.
Die sieben Festgenommenen im Alter von 26 bis 46 Jahren wurden Ermittlungsrichtern in Aschaffenburg und Nordrhein-Westfalen vorgeführt. Sie sitzen in Untersuchungshaft; in einem Fall wurde der Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Bereits im Juli hatte es im Raum Köln erste Durchsuchungen und zwei Festnahmen gegeben.
Die Ermittlungen dauern an. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Weitere Polizeimeldungen aus der Stadt, etwa zum Trickdiebstahl an einer Bushaltestelle oder zu Betrug am Telefon, finden Sie auf bachgau.social.
Die Angaben stammen vom Polizeipräsidium Unterfranken.



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