Was gehört in den Notvorrat, und wie verhält man sich, wenn die Sirenen heulen? Antworten darauf gibt eine Dauerausstellung zum Bevölkerungsschutz im Landratsamt Aschaffenburg. Sie ist im Hauptgebäude in der Bayernstraße 18 zu den regulären Öffnungszeiten frei zugänglich, teilt das Landratsamt mit. Gruppen und Schulklassen können kostenlose Führungen buchen.
Bevölkerungsschutz in Aschaffenburg: Das zeigt die Ausstellung
Die Schau setzt auf Anschauung statt auf lange Texte. Plakate erklären Gefahren und Vorsorgemaßnahmen, dazu liegen Flyer, Ratgeber und Checklisten zum Mitnehmen aus. Gezeigt werden auch Alltagsgegenstände, die jeder Haushalt für einen Katastrophenfall bereithalten sollte. Kurze Videos des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erklären, was bei einer Warnung zu tun ist.
Außerdem stellt die Ausstellung vor, wer im Ernstfall wofür zuständig ist: die Behörden, die Hilfsorganisationen und die Feuerwehren. Ziel ist nach Angaben des Landratsamts, Bürgerinnen und Bürger für Gefahren zu sensibilisieren und so ihre Handlungsfähigkeit im Notfall zu stärken. Verantwortlich ist der Fachbereich Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz.
Hintergrund: Warum Vorsorge wichtig ist
Ein längerer Stromausfall, ein Unwetter oder ein Unfall mit Gefahrstoffen können den Alltag schnell lahmlegen. Wie wichtig Information in solchen Lagen ist, hat die Region zuletzt beim Säure-Unfall in Mainaschaff erlebt, zu dem das Landratsamt jetzt seinen Bericht vorgelegt hat. Auch die Stadt Aschaffenburg probte schon den Ernstfall, etwa mit einem simulierten Stromausfall im Rathaus.
Behörden und Hilfsorganisationen können in einer großen Lage nicht sofort überall gleichzeitig sein. Deshalb empfiehlt das BBK, dass sich jeder Haushalt eine Zeit lang selbst versorgen kann.
Gut zu wissen: Die wichtigsten Vorsorge-Tipps
Das BBK rät, so vorzusorgen, dass man zehn Tage ohne Einkaufen auskommt. Zur Orientierung pro Person:
- Wasser: rund 20 Liter für zehn Tage, also etwa zwei Liter am Tag zum Trinken und Kochen
- Lebensmittel: haltbare Vorräte wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Gemüse in Dosen oder Gläsern, Obstkonserven sowie Milchprodukte, die keine Kühlung brauchen
- Hausapotheke: Verbandkasten, persönliche Medikamente, Schmerz- und Fiebermittel, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer
- Strom und Licht: Radio mit Batterien oder Kurbel, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Powerbank
- Dokumente: wichtige Unterlagen gesammelt und griffbereit aufbewahren
- Notgepäck: ein gepackter Rucksack, falls man die Wohnung schnell verlassen muss
Ein Vorrat muss nicht auf einmal gekauft werden. Wer bei jedem Einkauf ein, zwei haltbare Produkte mehr mitnimmt und ältere Vorräte zuerst verbraucht, baut ihn nach und nach auf. Wichtig sind auch Warn-Apps wie NINA, die amtliche Warnungen auf das Smartphone schicken. Was im medizinischen Notfall zählt, haben wir im Beitrag „Prüfen, rufen, drücken“ zusammengefasst. Die vollständige Checkliste gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz.
Öffnungszeiten und Kontakt
- Ort: Landratsamt Aschaffenburg, Hauptgebäude, Bayernstraße 18, 63739 Aschaffenburg
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich 14 bis 17 Uhr
- Eintritt: frei
- Führungen: kostenlos für Schulklassen und Gruppen, Anfrage per E-Mail an Zivilschutz@Lra-ab.bayern.de
- Fachbereich Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz: Telefon 06021 394-7335
Weitere Informationen bietet die Meldung des Landratsamts.




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