Original oder Fälschung? Mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen lässt sich ein unbekannter Online-Shop vor der Bestellung in wenigen Sekunden prüfen. Das Werkzeug hat die Verbraucherzentrale NRW im Sommer 2022 gestartet, inzwischen bieten es die Verbraucherzentralen bundesweit an – auch für Käuferinnen und Käufer im Bachgau und in der Region Aschaffenburg.
Warum Fakeshops ein Problem sind
Fakeshops sehen oft aus wie echte Online-Händler: professionelles Design, Markenware, Gütesiegel und auffallend günstige Preise. Wer bestellt und per Vorkasse bezahlt, bekommt aber keine oder nur gefälschte Ware – und das Geld ist meist weg. Schon beim Start des Fakeshop-Finders im Jahr 2022 meldeten die Verbraucherzentralen stark steigende Beschwerdezahlen.
Fakeshops sind eines der großen, dauerhaften Probleme im Verbraucheralltag und die Zahl der Beschwerden steigt stetig an. Im Jahr 2020 wurden in den Verbraucherzentralen rund 1.000 Verbraucherbeschwerden über Fakeshops erfasst, in 2021 hat sich die Zahl auf knapp 3.000 verdreifacht. Mit dem Fakeshop-Finder bieten wir eine schnelle Orientierung beim Online-Einkauf, damit künftig weniger Menschen in die Falle unseriöser Anbieter tappen.
Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, im August 2022
Bis zum Frühjahr 2026 hat der Fakeshop-Finder nach Angaben der beteiligten Länder bereits rund 100.000 Fakeshops identifiziert. 2026 wurde das Projekt mit dem Deutschen Präventionspreis ausgezeichnet.
So funktioniert der Fakeshop-Finder
Man gibt die Internetadresse des Shops auf der Seite verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder ein. Das Werkzeug gleicht die Adresse mit einer laufend wachsenden Datenbank bekannter Fakeshops und geprüfter Händler ab. Ist die Seite noch unbekannt, wird sie automatisch auf typische Merkmale unseriöser Shops untersucht: etwa ein fehlendes Impressum, eine Umsatzsteuer-Nummer, die es nicht gibt, oder technische und sprachliche Auffälligkeiten, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Dabei kommen auch Verfahren der künstlichen Intelligenz zum Einsatz.
Das Ergebnis zeigt eine Ampel:
- Grün: Der Shop steht auf einer geprüften Liste und ist bisher nicht negativ aufgefallen. Trotzdem eine sichere Zahlungsart wählen.
- Gelb: Das Ergebnis ist nicht eindeutig. Den Shop selbst genau prüfen und auf keinen Fall per Vorkasse zahlen.
- Rot: Der Shop zeigt kritische Merkmale oder steht bereits auf einer Fakeshop-Liste. Das Produkt besser woanders kaufen.
Zusätzlich können Nutzer Shops bewerten, und die Verbraucherzentralen veröffentlichen regelmäßig eine Warnliste. Tipp: Den Fakeshop-Finder als Lesezeichen im Browser oder auf dem Smartphone speichern.
Fakeshop erkennen: Warnzeichen auf einen Blick
- Auffällige Adresse: Tippfehler, falsch geschriebene Markennamen oder seltsame Endungen in der Internetadresse.
- Nur Vorkasse: Andere Zahlarten werden zwar angezeigt, sind am Ende aber „gerade nicht verfügbar“.
- Zu günstige Preise: Markenware weit unter dem üblichen Preis, besonders bei Elektronik, Kleidung, Brennholz oder Heizöl.
- Fehlendes oder merkwürdiges Impressum: Adresse im Kartendienst suchen – gibt es die Firma dort wirklich? Ist eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angegeben?
- Gefälschte Gütesiegel: Ein Siegel sollte sich anklicken lassen und auf die Seite des Siegelanbieters führen.
Weitere verbreitete Maschen im Netz haben wir im Beitrag Betrugsmaschen im Internet zusammengestellt. Welche Rechte Verbraucher gegenüber großen Plattformen haben, erklärt unser Artikel zum Digital Services Act.
Reingefallen? Das sollten Betroffene tun
- Sofort die Bank anrufen und versuchen, die Zahlung zu stoppen. Eine Lastschrift lässt sich bis zu acht Wochen lang zurückholen.
- Bei Zahlung über einen Bezahldienst prüfen, ob es einen Käuferschutz gibt, und den Fall dort melden.
- Den Shop beim Portalbetreiber melden, wenn er über einen Marktplatz verkauft hat.
- Anzeige bei der Polizei erstatten. Für Großostheim und die Ortsteile ist die Polizeiinspektion Aschaffenburg zuständig, Telefon 06021/857-2230; in Bayern ist eine Anzeige auch online über die Internetwache der Bayerischen Polizei möglich. In Schaafheim und den Ortsteilen ist die hessische Polizei zuständig, die eine Onlinewache anbietet.
- Alle Belege sichern: Bestellbestätigung, Screenshots der Seite, Zahlungsnachweis und E-Mails.
Rat und Hilfe gibt es bei der Verbraucherzentrale Bayern, Termine können bayernweit unter (089) 55 27 94-0 vereinbart werden, Informationen stehen unter verbraucherzentrale.bayern/beratung. Wer wegen einer angeblich offenen Forderung Post vom Inkassobüro bekommt, findet Hinweise in unserem Beitrag zu Inkasso-Forderungen nach Identitätsdiebstahl.
Häufige Fragen zum Fakeshop-Finder
Kostet der Fakeshop-Finder etwas?
Nein, der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar.
Ist ein Shop mit grüner Ampel garantiert seriös?
Eine Garantie gibt es nicht. Grün bedeutet, dass der Shop bisher nicht negativ aufgefallen ist. Eine sichere Zahlungsart wie Rechnung, Lastschrift oder ein Bezahldienst mit Käuferschutz bleibt sinnvoll.
Wo melde ich einen Fakeshop?
Bei der Polizei, beim Zahlungsdienstleister und – wenn der Shop über einen Marktplatz verkauft – beim Portalbetreiber. Über den Fakeshop-Finder können Shops außerdem bewertet werden.
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