Aschaffenburg hat an die Ankunft der heimatvertriebenen Sudetendeutschen vor 80 Jahren erinnert: Oberbürgermeister Markus Schlemmer legte am Sonntag, 25. Oktober, einen Kranz am Graslitz-Denkmal im Offenen Schöntal nieder. Die Verbindung zwischen Aschaffenburg und Graslitz besteht seit fast sieben Jahrzehnten.
Aschaffenburg und Graslitz: Gedenken mit Zeitzeugin
Wie die Stadt mitteilt, nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadt auch Mitglieder der Heimatkreisgruppe Graslitz e.V. teil. Dabei war auch die 82-jährige Zeitzeugin Renate Gareis aus Hösbach, die als Kleinkind die Flucht aus Graslitz miterlebt hat.
Nach der Begrüßung und Ansprache des Oberbürgermeisters gab Karin Rinke von der Heimatgruppe Graslitz einen geschichtlichen Rückblick. Sie vertrat Gisela Forster, die Heimatkreisbetreuerin des Kreises Graslitz und Vorsitzende der Heimatkreisgruppe.
Patenstadt seit 1958
Seit 1958 ist Aschaffenburg Patenstadt von Graslitz. Die Patenschaft gilt den Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Stadt und dem früheren Landkreis Graslitz vertrieben wurden. Viele von ihnen fanden am Untermain eine neue Heimat. Das Denkmal im Schöntal trägt die Inschrift „Doch Graslitz lebt“ und ist bis heute Ort des gemeinsamen Erinnerns.
Das heutige Kraslice liegt im Westen Tschechiens im Bezirk Sokolov der Karlsbader Region, unmittelbar an der Grenze zu Sachsen im Erzgebirge. Die Nachbarstadt auf deutscher Seite ist Klingenthal im Vogtland. Bekannt ist Graslitz vor allem für den Musikinstrumentenbau, der dort eine lange Tradition hat.
Gut zu wissen
Das Graslitz-Denkmal steht im Offenen Schöntal, dem Park am Rand der Aschaffenburger Innenstadt, und ist frei zugänglich. Wer mehr über die Stadt und ihre Verbindungen wissen möchte, findet Zahlen und Fakten in unserem Beitrag Aschaffenburg in Zahlen 2026. Wie lebendig Partnerschaften über Grenzen hinweg im Bachgau sind, zeigt auch die Freundschaft zwischen Großostheim und Olympia.




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