Am Wochenende gibt es eine Stunde geschenkt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 25. Oktober, endet die Sommerzeit. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es in dieser Nacht also zweimal – wer schläft, kann eine Stunde länger liegen bleiben. Hier steht alles Wichtige zur Zeitumstellung 2026 – von der Eselsbrücke bis zu den Uhren, die man selbst umstellen muss.
Sommerzeit, Winterzeit, Normalzeit
Umgangssprachlich heißt es „jetzt kommt die Winterzeit“. Genau genommen ist es aber die Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Die Sommerzeit (MESZ) ist die Abweichung davon: Im Frühjahr wird die Uhr eine Stunde vorgestellt, im Herbst kehren wir zur normalen Zeit zurück.
Übrigens: Dass die Umstellung in diesem Jahr schon am 25. Oktober ist, hat einen einfachen Grund. Die Sommerzeit endet laut EU-Regel immer am letzten Sonntag im Oktober – und das ist 2026 der frühestmögliche Termin.
Zeitumstellung 2026: Warum gibt es sie überhaupt?
Die Idee ist alt, ihre heutige Form stammt aus den 1970er-Jahren. Nach der Ölkrise wollten viele Länder Energie sparen: Wenn es abends länger hell ist, so die Überlegung, wird weniger Licht gebraucht. In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980, seit 1996 gilt in der ganzen EU eine einheitliche Regelung.
Der erhoffte Spareffekt ist allerdings gering: Was abends an Licht gespart wird, wird morgens oft zusätzlich geheizt. Trotzdem ist die Umstellung geblieben, vor allem weil sich viele an die langen, hellen Sommerabende gewöhnt haben.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Bei einer Online-Umfrage der EU-Kommission 2018 sprach sich eine große Mehrheit der Teilnehmenden gegen die Zeitumstellung aus. Das Europäische Parlament stimmte 2019 dafür, sie abzuschaffen. Umgesetzt ist das bis heute nicht: Die Mitgliedstaaten konnten sich nicht einigen, ob dauerhaft Sommer- oder Normalzeit gelten soll – und ein Flickenteppich unterschiedlicher Zeitzonen in Europa soll vermieden werden. Ein neuer Termin für eine Entscheidung ist nicht in Sicht. Die nächste Umstellung auf Sommerzeit folgt deshalb am 28. März 2027.
So merkt man sich die Richtung
Vor oder zurück? Diese Eselsbrücken helfen:
- Gartenmöbel: Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor das Haus, im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen.
- Thermometer: Im Sommer gibt es Plusgrade (Uhr plus eine Stunde), im Winter Minusgrade (Uhr minus eine Stunde).
- Englisch: „Spring forward, fall back“ – im Frühling (spring) nach vorne, im Herbst (fall) zurück.
- Schlaf: Im Herbst gibt es eine Stunde mehr Schlaf, im Frühjahr eine Stunde weniger.
Welche Uhren muss ich selbst umstellen?
Smartphones, Computer und Funkuhren stellen sich automatisch um. Funkuhren bekommen ihr Zeitsignal übrigens ganz aus der Nähe: Der Zeitzeichensender DCF77 der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt steht in Mainflingen, nur wenige Kilometer von Aschaffenburg entfernt, und versorgt Uhren in weiten Teilen Europas. Wer nachlesen möchte, wie es im Frühjahr ablief: Unseren Beitrag zur Umstellung auf die Sommerzeit gibt es weiterhin zum Nachlesen.
Von Hand umstellen müssen Sie meist:
- Uhren an Backofen, Mikrowelle und Kaffeemaschine
- die Uhr im Auto
- analoge Wand- und Armbanduhren ohne Funk
- Zeitschaltuhren, etwa für Beleuchtung, Aquarium oder Heizung
- Futterautomaten und Bewässerungsanlagen
Vorsicht im Straßenverkehr
Nach der Umstellung fällt der Feierabendverkehr in die Dämmerung. Gleichzeitig sind Rehe und Wildschweine zu dieser Zeit besonders aktiv – das Risiko für Wildunfälle steigt, gerade auf Landstraßen am Waldrand, wie sie es rund um den Bachgau und im Spessart viele gibt. Deshalb:
- abends und morgens langsamer fahren, besonders an Waldrändern und bei Wildwechsel-Schildern
- bei Wild am Straßenrand abblenden, hupen und bremsen – nicht riskant ausweichen
- nach einem Wildunfall Unfallstelle sichern und die Polizei unter 110 verständigen
- Licht am Fahrrad und am Auto überprüfen
Tipps für Kinder und Haustiere
Kinder und Tiere kennen keine Uhrzeit, sondern nur ihren Rhythmus. Wer Probleme vermeiden will, verschiebt Schlafenszeit und Fütterung in den Tagen rund um die Umstellung schrittweise um jeweils 10 bis 15 Minuten. So gewöhnen sich alle sanft an die neue Zeit. Warum ein stabiler Tagesrhythmus für Hund und Katze wichtig ist, lesen Sie auch in unserem Beitrag zur Tiergesundheit.
Häufige Fragen zur Zeitumstellung
Wird die Uhr im Oktober vor- oder zurückgestellt?
Zurück. In der Nacht zum 25. Oktober 2026 springt die Uhr von 3 Uhr auf 2 Uhr. Man bekommt eine Stunde geschenkt.
Was passiert mit der Nachtschicht?
Wer in dieser Nacht arbeitet, ist eine Stunde länger im Dienst. Ob und wie die zusätzliche Stunde vergütet wird, regeln Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.
Fahren Busse und Bahnen nach Plan?
Im Nachtverkehr kann es zu Anpassungen kommen. Bei der Bahn warten Nachtzüge in der Regel eine Stunde an einem Bahnhof, um wieder im Fahrplan zu sein.
Wann ist die nächste Zeitumstellung?
Am Sonntag, 28. März 2027. Dann wird die Uhr von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt.




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