Die Esche ist Baum des Jahres 2027. Das Kuratorium Baum des Jahres hat die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) gewählt, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Mitglied im Kuratorium, am 4. November mitgeteilt hat. Die heimische Baumart kommt mit Nässe und Überflutung ebenso zurecht wie mit Trockenheit und wächst besonders gern in Auwäldern entlang von Flüssen und Bächen – auch am Main und an den Bachläufen im Bachgau begegnet man ihr.
Esche Baum des Jahres 2027: Warum gerade sie
Eschen gehören zusammen mit Silberweide, Stieleiche und Ulme zu den Charakterbäumen der Auwälder. Eschenreiche Wälder zählen zu den artenreichsten Waldtypen in Deutschland: Sie bieten Lebensraum für hunderte spezialisierte Pilze, Flechten, Vögel, Insekten und Pflanzen. Auwälder sind zugleich wichtig für den Hochwasserschutz und das Klima. Nach Angaben des BUND sind aber nur noch rund neun Prozent der verbliebenen Flussauen in Deutschland ökologisch intakt.
„Wir freuen uns, dass mit der Esche als Baum des Jahres 2027 eine heimische Baumart ausgewählt wurde, die uns als Baumart feuchter Standorte und Vertreterin der bedrohten Auwälder daran erinnert, wie wichtig Klimaschutz und die Renaturierung der Natur sind“, sagt Nicola Uhde, Expertin für Waldpolitik beim BUND. Eschen werden höchstens 250 bis 300 Jahre alt und haben damit eine eher mittlere Lebenserwartung.
Das Eschentriebsterben
Der Eschenbestand in Deutschland ist seit 2002 deutlich zurückgegangen, heute macht die Esche nur noch etwa 2,5 Prozent der Waldfläche aus. Schuld ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz (Hymenoscyphus fraxineus, früher auch als Hymenoscyphus pseudoalbidus beschrieben), der das sogenannte Eschentriebsterben auslöst. In Bayern fiel die Krankheit nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erstmals im Herbst 2008 auf; inzwischen kommt sie in ganz Bayern und fast ganz Europa vor.
Die Pilzsporen bilden sich auf abgefallenen Blattstielen am Boden und werden im Sommer mit dem Wind verbreitet. Typische Anzeichen sind:
- welke, verfärbte Blätter, die oft am Zweig hängen bleiben
- braune, abgestorbene Rindenstellen an Trieben
- absterbende Zweige und Kronenteile, darunter buschige Neuaustriebe
Geschwächte Bäume werden zudem anfälliger für Hallimasch und Eschenbastkäfer.
Was Hoffnung macht – und was Waldbesitzer tun können
Einzelne Eschen zeigen eine natürliche Widerstandskraft gegen den Pilz. „Diese Exemplare müssen so lange wie möglich erhalten werden“, fordert Uhde. Gesunde oder nur leicht geschädigte Eschen sollten nicht gefällt werden, damit sich die Art auf natürliche Weise anpassen kann. Das deckt sich mit den Empfehlungen der bayerischen Forstfachleute: vitale Eschen fördern, Naturverjüngung nutzen und geschädigte Flächen mit anderen Baumarten ergänzen. Eine direkte Bekämpfung des Pilzes gibt es nicht. Ausführliche Hinweise gibt das Merkblatt Eschentriebsterben auf waldwissen.net.
Für Spaziergänger gilt: Bei kranken Eschen können Äste abbrechen. Wer im Wald oder an Bachläufen unterwegs ist, sollte bei Wind besonders aufmerksam sein. Grundstücksbesitzer mit alten Eschen an Wegen oder Straßen müssen ihre Bäume im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht regelmäßig kontrollieren lassen.
Gut zu wissen
- Baum des Jahres 2027: Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
- Lebensraum: Auwälder, Bach- und Flussufer, feuchte Laubwälder
- Bedrohung: Eschentriebsterben durch einen eingeschleppten Pilz, Verlust von Auen
- Mehr erfahren: Stiftung Baum des Jahres
Auch bei den Tieren steht der Naturschutz im Fokus: Vogel des Jahres 2027 ist die Mehlschwalbe. Wie Hecken und Gehölze in Unterfranken gefördert werden, steht in unserem Beitrag zum Projekt HeckenReich Unterfranken. Und wer im Garten etwas für die Natur tun will, findet Tipps zum Herbstlaub im Garten.




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