Neue Farben im Ortsbild: Die Gärtnerinnen des Marktes Großostheim haben die Pflanzkübel und Blumenkästen für den Herbst neu gestaltet. Erstmals setzen sie dabei auf heimische Wildstauden und Zwiebelpflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Insekten Nahrung bieten.
Wildstauden in Großostheim: Diese Pflanzen wachsen jetzt in den Kübeln
In mehreren Kübeln, unter anderem im Nöthigsgut, in der Grabenstraße, der Hasselstraße und der Breitfeldstraße, wachsen nun Astern, Thymian, Kartäusernelken, Glockenblumen, Ochsenaugen und Skabiosen. Die Stauden sollen mehrere Jahre stehen bleiben und übers Jahr verteilt für Blüten und Struktur sorgen. Heimische Zwiebelpflanzen ergänzen sie und setzen schon im kommenden Frühjahr Farbtupfer.
Auf dem Marktplatz und in den Blumenkästen besteht der Herbstflor aus Besenheide, Strauchveronika, Silberblatt, Strohblumen, Torfmyrte und Veilchen. Geplant haben die Bepflanzung die Zierpflanzengärtnerinnen Joana Avramis, Helen Avramis und Julia Kerber. Schritt für Schritt will die Gemeinde prüfen, wie sich der saisonale Wechselflor künftig noch stärker durch heimische und langlebige Pflanzen ergänzen lässt.
Hintergrund: Warum heimische Stauden?
Heimische Wildstauden sind an Klima und Böden der Region angepasst. Haben sie sich einmal etabliert, kommen sie meist mit weniger Wasser und Pflege aus als klassische Saisonblumen, die mehrmals im Jahr ausgetauscht werden. Vor allem aber sind viele heimische Insekten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert: Manche Wildbienen sammeln Pollen nur an Glockenblumen, andere an Korbblütlern wie Astern oder Ochsenaugen. Gefüllte Zierblüten bieten dagegen oft kaum Nektar oder Pollen.
Auch Kartäusernelke und Skabiose gelten als wertvolle Futterpflanzen, etwa für Schmetterlinge. Damit leisten selbst kleine Pflanzflächen im Ort einen Beitrag zur Artenvielfalt.
Gut zu wissen: Tipps für den eigenen Balkon
- Jetzt pflanzen: Der Herbst ist eine gute Pflanzzeit für Stauden, weil der Boden noch warm ist und genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
- Ungefüllte Blüten wählen: Sie bieten Insekten Pollen und Nektar.
- Zwiebeln setzen: Wildtulpen, Traubenhyazinthen oder Krokusse jetzt in die Erde bringen – sie sind im Frühjahr wichtige Futterquellen.
- Verblühtes stehen lassen: Hohle Stängel und Samenstände dienen Insekten als Winterquartier und Vögeln als Futter.
- Regionales Saatgut und Pflanzen aus Gärtnereien mit Wildstauden-Sortiment bevorzugen.
Wie wichtig gezielte Pflanzungen für seltene Arten sein können, zeigt auch die Pflanzaktion für den Streifenbläuling in der Rhön. Wer in Großostheim selbst nachhaltig aktiv werden will, findet beim Repair Café Großostheim und Ringheim eine weitere Gelegenheit. Fragen zur Bepflanzung im Ort beantwortet der Markt Großostheim unter 06026 5004-0; weitere Informationen zu heimischen Pflanzen bietet das Bayerische Landesamt für Umwelt.




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