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Heimserver mit Nextcloud und Immich: Eigene Cloud im Bachgau

Heimserver Nextcloud: Server mit Festplatteneinschüben und Statusleuchten

Bild: heladodementa / Pixabay

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Urlaubsfotos, Familienkalender, Vereinsunterlagen: Viele Haushalte im Bachgau speichern all das bei Google, Apple oder Microsoft. Mit einem eigenen Heimserver mit Nextcloud und dem Fotoprogramm Immich bleiben die Daten zu Hause – auf einem kleinen Rechner im Wohnzimmerregal. Im zweiten Teil unserer losen Serie „Freie Software zu Hause“ erklären wir, was man dafür braucht und worauf man achten muss.

Im ersten Teil ging es um Linux statt Windows auf dem eigenen Rechner. Ein Heimserver läuft ebenfalls fast immer mit Linux – man muss dafür aber kein Linux-Experte sein.

Was ein Heimserver ist

Ein Heimserver ist ein Computer, der rund um die Uhr läuft und im Heimnetz Dienste bereitstellt: Dateien, Fotos, Kalender, Kontakte oder Datensicherungen. Smartphones, Laptops und Tablets der Familie greifen darauf zu, wie sonst auf eine Cloud im Internet. Der Unterschied: Die Daten liegen auf eigener Hardware, es gibt keine Abo-Kosten für Speicherplatz und niemand wertet die Fotos für Werbung aus.

Heimserver mit Nextcloud: Die eigene Cloud

Nextcloud ist eine freie Software, die viele Cloud-Dienste in einem Paket vereint:

  • Dateien synchronisieren wie mit Dropbox oder OneDrive, mit Apps für Windows, Linux, Mac, Android und iPhone.
  • Kalender und Kontakte, die sich mit dem Smartphone abgleichen lassen – praktisch für den gemeinsamen Familienkalender.
  • Dokumente gemeinsam bearbeiten direkt im Browser, zum Beispiel für Vereinsprotokolle.
  • Freigaben per Link, etwa um Fotos vom Vereinsfest mit anderen zu teilen.

Am einfachsten gelingt die Einrichtung mit der offiziellen Variante Nextcloud All-in-One, die alle nötigen Bausteine in einem Rutsch installiert und Updates sowie Datensicherungen weitgehend selbst erledigt.

Immich: Die Alternative zu Google Fotos

Für Fotos und Videos hat sich Immich zum beliebtesten Programm unter Heimserver-Nutzern entwickelt. Es sieht aus und funktioniert ähnlich wie Google Fotos: Die App auf dem Smartphone lädt neue Bilder automatisch hoch, es gibt eine Zeitleiste, eine Karte mit Aufnahmeorten, Alben zum Teilen und eine Suche, die Personen und Motive erkennt. Diese Auswertung findet auf dem eigenen Server statt, nicht bei einem Konzern. Seit Herbst 2025 gilt Immich offiziell als stabile Version.

Welche Hardware man braucht

Für den Anfang reicht oft, was ohnehin da ist:

  • Alter Laptop oder PC: kostenlos, aber oft stromhungrig.
  • Mini-PC: klein, leise und sparsam, mit genug Leistung für Nextcloud und Immich. Im Leerlauf brauchen viele Geräte nur um die zehn Watt – das sind im Jahr grob 90 Kilowattstunden.
  • NAS-Gerät mit mehreren Festplatten: Viele Modelle können Nextcloud und Immich als Zusatzprogramme ausführen.
  • Raspberry Pi 5: für Nextcloud geeignet, für große Fotosammlungen mit Immich eher knapp.

Wichtiger als ein schneller Prozessor ist genug Speicherplatz, am besten auf einer SSD oder auf zwei gespiegelten Festplatten. Wer sich die Einrichtung im Detail nicht zutraut, findet mit Komplettsystemen wie YunoHost, CasaOS oder Umbrel Oberflächen, auf denen sich Programme per Mausklick installieren lassen.

Sicherheit: Updates und Zugriff von unterwegs

Wer einen eigenen Server betreibt, ist auch für seine Sicherheit verantwortlich. Wie schnell das wichtig werden kann, zeigte im Oktober die PHP-Sicherheitslücke, über die wir im Beitrag Homeserver mit Nextcloud und Co. jetzt absichern berichtet haben. Drei Grundregeln:

  1. Updates einspielen – für System, Nextcloud und Immich, am besten automatisch.
  2. Keine Ports offen ins Internet stellen, wenn es nicht sein muss. Für den Zugriff von unterwegs ist ein VPN sicherer. Viele Router, etwa aktuelle Fritzboxen, beherrschen das VPN-Verfahren WireGuard; alternativ gibt es Dienste wie Tailscale.
  3. Starke Passwörter und Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Konten.

Gut zu wissen: Ohne Datensicherung geht es nicht

Ein Heimserver ersetzt keine Datensicherung. Fällt die Festplatte aus oder schlägt ein Erpressungstrojaner zu, sind die Familienfotos sonst weg. Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Speichern, eine davon außer Haus – etwa eine externe Festplatte bei Verwandten oder ein verschlüsselter Online-Speicher. Tipps zum Schutz von Daten und Geräten gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Verbraucherseite.

Häufige Fragen

Kostet Nextcloud oder Immich etwas?

Für den privaten Gebrauch sind beide kostenlos. Kosten entstehen nur für Hardware und Strom.

Was passiert, wenn der Strom ausfällt?

Der Server startet danach in der Regel wieder. Die Fotos bleiben zusätzlich auf dem Smartphone, bis man sie dort löscht. Wichtig ist die regelmäßige Datensicherung.

Kann ich meine Google-Fotos übernehmen?

Ja. Über Google Takeout lassen sich alle Fotos herunterladen und mit Hilfsprogrammen samt Datum und Ort in Immich importieren.

Wie geht die Serie weiter?

Im dritten Teil geht es um Hausautomation mit dem Raspberry Pi: Heizung, Licht und Stromverbrauch selbst steuern, ohne Cloud.

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